WWWW vom 24.8.2015: Einwanderer, Flüchtlinge und Bomben

Landschaft erholt sich nach Erdrutschen

In Gebirgsregionen verursachen Erdbeben häufig starke Hangrutschungen, die durch starke Regenereignisse noch verstärkt werden können. Diese oft gewaltigen und gefährlichen Massenverlagerungen an steilen Hängen nehmen jedoch im Lauf der Zeit ab, und zwar unabhängig von meteorologischen Ereignissen und Nachbeben.

(Erdrutsch war übrigens das Wort was mir partout nicht einfallen wollte..)
O. Marc, N. Hovius, P. Meunier, T. Uchida, and S. Hayashi, “Transient changes of landslide rates after earthquakes”, GEOLOGY, Advance Online Publication, 21.08.2015; doi:10.1130/G36961.1

Weltweite Erhebung über aus- und eingewanderte Pflanzen

erdeinvasiv
Eine wissenschaftliche Erhebung gibt erstmalig eine globale Übersicht über die Einwanderung von Pflanzenarten auf fremden Kontinenten und ihre Ausbreitung außerhalb ihrer heimischen Territorien. In einer internationalen Kooperation von 38 Forschungseinrichtungen erfassten Biologen unter Leitung von Professor Dr. Mark van Kleunen von der Universität Konstanz Daten aus 481 Festlandgebieten und 362 Inseln, was rund 83 Prozent der weltweiten Landfläche entspricht.

Originalpublikation:
van Kleunen M, Dawson W, Essl F, Pergl J, Winter M, Weber E, Kreft H, Weigelt P, Pyšek P et al. (2015) Global exchange and accumulation of non-native plants. Nature doi:10.1038/nature14910.

Wenn Menschen fliehen müssen, sinken Stickstoffoxidemissionen

Politische und wirtschaftliche Krisen sowie internationale Konflikte können sich kurzfristig und drastisch auf die Schadstoffemissionen in einer Region auswirken. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie am Beispiel des Nahen Ostens herausgefunden. Die Wissenschaftler analysierten die Stickoxidbelastung der Atmosphäre während der letzten zehn Jahre. Die Daten ermittelten sie aus Satellitenmessungen der atmosphärischen Stickstoffdioxidmenge. Demnach sanken die Stickoxidemissionen vor allem in Regionen, in denen bewaffnete Konflikte herrschen und aus denen viele Menschen geflohen sind.

Weitere Informationen:
http://www.mpic.de/aktuelles/pressemeldungen/news/naher-osten-die-atmosphaerisch…

Wissen über Selbstmordprävention steigt

Die Berichterstattung über den Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke hat das Stigma gegenüber der Erkrankung Depression positiv beeinflusst. Die Deutschen sind seitdem eher bereit, bei Depression professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies zeigen Bevölkerungsumfragen im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes zur Aufklärung über Depression und Suizidprävention.

Klimawandel beeinflusst Fischfang dramatisch

Schon bei einer Erwärmung um 2 °C über das vorindustrielle Niveau bis 2050 ist mit jährlichen Gesamtverlusten bei den weltweiten Fischfängen im Wert von 17 bis 41 Milliarden US-Dollar zu rechnen. Das geht aus dem letzten Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC; Intergovernmental Panel on Climate Change) hervor. Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Erwärmung von 2 °C kaum mehr zu vermeiden ist, auch wenn die globalen Emissionen von Treibhausgasen in wenigen Jahren völlig eingestellt würden.
Eine Aufbereitung der Daten auf Deustch gibt es jetzt unter http://klimafakten.de.

Der gestörten Fettverbrennung auf der Spur

Schon lange stand eine bestimmte Genregion im Verdacht, für Übergewicht beim Menschen verantwortlich zu sein. Bisher waren die genauen Mechanismen hierfür aber ungeklärt. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM), des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Harvard Medical School und weiteren Partnern konnten jetzt zeigen, dass eine einzige genetische Veränderung in dieser Region die Fettverbrennung hemmt und stattdessen die Speicherung von Fett verstärkt.

Publikation
Claussnitzer M, Dankel SN, Kim K-H, et al. FTO obesity variant circuitry and adipocyte browning in humans. New England Journal of Medicine, August 2015.
DOI: 10.1056/NEJMoa1502214
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1502214

PODCASTEMPFEHLUNG

Heute empfehle ich http://www.fernostwaerts.de, ein Podcast der sich mit Ostasien beschäftigt, vor allem China. Katharin (@whitey_chan) und Nils (@ningwie) machen den Podcast. Bitte mal reinhören!

Bomben in Bangkok

Aus Gründen kann ich im (nicht Googlefâhigen Podcast) mehr sagen als im Googledurchsuchten Blog, aber eine gute Zusammenfassung der Ereignisse in Bangkok vergangene Woche gibt es hier bei der BBC. Grundsätzlich ist zu sagen dass Polizei und Verantwortliche bislang recht hilflos aussehen, offizielle Aussagen sich immer wieder widersprechen und wie so oft man das Ganze am liebsten vergessen und unter den Teppich kehren möchte.
Wer nach Bangkok reisen möchte, kann dies natürlich tun, die Stadt ist nicht mehr oder weniger gefährlich als jede andere Großstadt.

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