WWWW vom 26.10.2015: Tabakschwärmerraupen, Wildbienen und Gemeinschaftsgärten

Wild-Bienen sind in Gefahr

Sie leben solitär, sind aber von großer Bedeutung für das Ökosystem: Die Wildbienen. Doch Wissenschaftler auf dem Landesbiologentag an der Universität Hohenheim warnen: Die Zahl der Wildbienen nimmt dramatisch ab. Was der Verbraucher für die Wildbienen tun und das dies auch einfach sein kann, erklären die Experten auf dem Landesbiologentag 2015

Raupen drehen Giftspritze um

raupenTabakschwärmerraupen entwickelten einen erstaunlichen Entgiftungsmechanismus gegen das süße Gift ihrer Wirtspflanze. Pflanzen produzieren ein gewaltiges Arsenal von giftigen Verbindungen um sich ihrer Fraßfeinde zu entledigen. Um sicherzustellen, dass das Gift ihrer Abwehrstoffe keine nachteilige Wirkung auf die Pflanzen selbst hat, binden viele Pflanzen Zuckermoleküle an diese Substanzen. Verdauungsenzyme im Darm der Insekten, sogenannte Glycosidasen, spalten den Zucker ab, was zu einer Freisetzung des Giftes führt − mit unangenehmen Folgen für den Schädling. Es geht aber auch andersrum.

Originalveröffentlichung:
Poreddy, S., Mitra, S., Schöttner, M., Chandran, J. N., Schneider, B., Baldwin, I. T., Kumar, P., Pandit, S. S. (2015). Detoxification of hostplant’s chemical defence rather than its anti-predator co-option drives β-glucosidase-mediated lepidopteran counter-adaptation. Nature Communications, 6:8525, doi:10.1038/ncomms9525
http://dx.doi.org/10.1038/ncomms9525

Mehr Gärten für die Städte

Gemeinschaftsgärten steigern die Lebensqualität in den Stadtquartieren. Das zeigt eine Forschungsarbeit, die im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) entstanden ist. Die Wissenschaftler haben Urban-Gardening-Projekte in Berlin, Potsdam, Leipzig, Hannover, Essen, Marburg und München untersucht.

Längere Überlebensdauer bei Speiseröhrenkrebs

Eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie verbessert die Erfolgsaussichten einer Operation bei Speiseröhrenkrebs. Selbst lokal fortgeschrittene Tumore in der Speiseröhre können nach Vorbehandlung mit der sogenannten neoadjuvanten Radiochemotherapie häufig komplett entfernt werden. Zudem verbessert sie die langfristigen Überlebenschancen der Patienten deutlich, zeigt eine aktuelle Studie aus den Niederlanden.
Literatur:
Shapiro J et al. Neoadjuvant chemoradiotherapy plus surgery versus surgery alone for oesophageal or junctional cancer (CROSS): long-term results of a randomised controlled trial. Lancet Oncology 2015; 16: 1090-1098. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26254683

Schlafwellen besser verstehen

Alzheimerpatienten leiden häufig unter Schlafstörungen, meist schon bevor sie vergesslich werden. Bekannt ist zudem, dass Schlaf bei der Gedächtnisbildung eine sehr wichtige Rolle spielt. Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben jetzt erstmals zeigen können, wie sich die krankmachenden Veränderungen im Gehirn auf die Vorgänge der Informationsspeicherung im Schlaf auswirken. Anhand von Tiermodellen konnten sie den genauen Mechanismus entschlüsseln und die Störung mit medikamentösen Wirkstoffen abmildern.
Publikation
Marc Aurel Busche, Maja Kekuš, Helmuth Adelsberger, Takahiro Noda, Hans Förstl, Israel Nelken und Arthur Konnerth, Rescue of long-range circuit dysfunction in Alzheimer’s disease models, Nature Neuroscience, 12. Oktober, 2015.
DOI: 10.1038/nn.4137
http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.4137.html

Neue Batterie speichert besser Wind- und Solar-Energie

Sonne und Wind sind wichtige erneuerbare Energiequellen, die jedoch natürliche Schwankungen zeigen: Bei starkem Wind und strahlendem Sonnenschein wird zu viel, bei Windstille und Wolken dagegen zu wenig Strom produziert. Für eine kontinuierliche Stromversorgung und stabile Energienetze braucht es daher Stromspeicher. Vielversprechend sind sogenannte Redox-Flow-Batterien. Einen entscheidenden Schritt zu einer einfach handhabbaren, sicheren und zugleich ökonomischen Redox-Flow-Batterie ist nun einem Forscherteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena gelungen.

Original-Publikation:
Janoschka T et al. An aqueous, polymer-based redox-flow battery using non-corrosive, safe, and low-cost materials. Nature, DOI:10.1038/nature15746

Berliner Auto fährt alleine durch Mexiko

Ein an der Freien Universität Berlin entwickeltes autonomes Auto ist ohne ein Eingreifen durch Menschenhand durch Mexiko gefahren. Das Fahrzeug AutoNOMOS legte 2400 insgesamt Kilometer zurück und traf am Dienstag in Mexiko-Stadt ein. Es ist nach Erkenntnissen der Forscher die längste Fahrt, die dort jemals in einem autonomen Fahrzeug zurückgelegt wurde.

PODCASTEMPFEHLUNG

http://www.vorgedacht.net/
Steffi befasst sich mit Philosophie und lässt uns an ihren Gedankengänge in diesen Podcast Teil haben.

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