WWWW vom 30.11.2015: Pendler, CO2-Steuer und Baumkronen

Pendler fahren immer weiter

Immer mehr Beschäftige pendeln in die großen Städte in Deutschland. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die mehr als 150 Kilometer Arbeitsweg zurücklegen, ist zwischen 2003 und 2013 von 1 Million auf 1,2 Millionen Menschen gestiegen. In den sieben größten deutschen Städten Berlin, Köln, Hamburg, Frankfurt am Main, München, Stuttgart und Düsseldorf liegt der Anteil der Fernpendler zwischen fünf und zehn Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
BBSR-Analysen KOMPAKT 15/2015: Verkehrsbild Deutschland – Pendlerströme
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Service/Medien/2015/analysen_pendeln.pdf
Karte (reprofähig): Pendeldistanzen 2013
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Service/Medien/2015/pendeln_Karte.pdf

Computermodell berechnet Baumdichte

Baumkronen
Die komplexe Struktur tropischer Regenwälder zu erklären, ist eine der großen Herausforderungen der Ökologie. Von großem Interesse ist die Größenverteilung der Bäume, die für Biomasseschätzungen besonders relevant ist. Forscher des UFZ haben nun gemeinsam mit Partnern eine neue Methode entwickelt, mit der sich die Größenverteilung von Bäumen in natürlichen Wäldern erklären lässt.
Publikation:
Franziska Taubert, Markus Wilhelm Jahn, Hans-Jürgen Dobner, Thorsten Wiegand and Andreas Huth: „The structure of tropical forests and sphere packings“. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS).http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1513417112

CO2-Steuer würde auf jeden Fall der Wirtschaft helfen

Dem Ausstoß von CO2 einen Preis zu geben könnte helfen, die internationale Klimapolitik aus der Sackgasse zu holen. Finanzminister weltweit hätten Grund genug, sich für CO2-Steuern oder für Emissionshandel stark zu machen – und zwar völlig unabhängig von den Risiken eines ungebremsten Klimawandels, wie eine neue Studie zeigt. Das Ergebnis des Weltklimagipfels in Paris ist offen, aber Regierungen und Volkswirtschaften könnten in jedem Fall davon profitieren, Kohlenstoff zu bepreisen und dafür Kapital oder Arbeit weniger stark zu besteuern. Und dies unabhängig davon, ob andere Länder mitmachen oder nicht.
Artikel: Franks, M., Edenhofer, O., Lessmann, K. (2015): Why Finance Ministers Favor Carbon Taxes, Even If They Do Not Take Climate Change into Account. Environmental and Resource Economics [DOI:10.1007/s10640-015-9982-1]

Link zum Artikel: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10640-015-9982-1

Lebererkrankungen früh erkennen und heilen

Unbehandelt münden viele Lebererkrankungen in Leberzirrhose und Leberzellkrebs. Dabei sind Erkrankungen der Leber inzwischen oft gut behandelbar – wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Leberzellkrebs könnte also in vielen Fällen vermieden werden.
BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-642-1, € 16,95: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

Mikroschalter aus Graphen

Forscher aus Augsburg, Exeter und Zürich berichten in Nature Communication über neues hybrides Metamaterial mit hohem Anwendungspotential. Sie zeigen, wie die außergewöhnlichen Eigenschaften von Graphen genutzt werden können, um Strukturen zu konstruieren, die zur Kontrolle und Steuerung elektromagnetischer Strahlung über ein breites Spektrum von Wellenlängen hinweg genutzt werden können.
Publikation:
Peter Q. Liu, Isaac J. Luxmoore, Sergey A. Mikhailov, Nadja A. Savostianova, Federico Valmorra, Jerome Faist, Geoffrey R. Nash, “Highly tunable hybrid metamaterials employing split-ring resonators strongly coupled to graphene surface plasmons”, Nature Communications 6, 8969 (2015).
http://www.nature.com/ncomms/2015/151120/ncomms9969/full/ncomms9969.html

Dauerlärm kann Depressionen verstärken

Dass Dauerlärm durch Straßenverkehr auch depressive Verstimmungen auslösen kann, konnte nun erstmals weltweit in einer großen Langzeitstudie gezeigt werden. Auf die Erkenntnis stießen Wissenschaftlerinnen vom Zentrum für Urbane Epidemiologie (CUE) der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen bei ihrer Arbeit an der Heinz Nixdorf Recall Studie am Universitätsklinikum Essen (UK Essen).

Bürger sammelten Meerwasser – erste Ergebnisse liegen vor

Man sieht, spürt, riecht sie nicht. Und doch sind in jedem Tropfen Meerwasser Millionen von ihnen enthalten. Ein von der EU finanziertes Projekt erforscht die Vielfalt der Mikroorganismen – und ihre Eignung zur Gewinnung neuer Wirkstoffe. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor.
Weitere Informationen unter:
http://www.microb3.eu

PODCASTEMPFEHLUNG

Kick it like Asia – ein Podcast in Deutsch über Fußball in Asien
Pünktlich zu den nächsten beiden Spieltagen in der Qualifkation zur WM in Russland und zur Asienmeisterschaft 2019 gibt es hier die erste Episode

One thought on “WWWW vom 30.11.2015: Pendler, CO2-Steuer und Baumkronen”

  1. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die genannten Langstreckenpendler wegen unbezahlbarem Wohnraum in größerer Nähe so weit weg vom Arbeitsort wohnen müssen. Leider sprechen eine ganze Reihe von Fakten weltweit eine andere Sprache:
    1. der Traum des Mittelstands vom eigenen Haus
    2. die irrige, weltweit verbreitete Vorstellung, eine tägliche Pendelstrecke von 1 Stunde je Richtung wäre problemlos machbar und akzeptabel.
    3. zwei Jobs in der Stadt finanzieren gerade so knapp ein Haus in mindestens einer Autostunde Entfernung
    4. Miete in einer mittelgroßen Stadtwohnung plus ÖV Ticket werden mit den Benzinkosten fürs Auto plus Kreditraten verglichen.
    5. Selbst wenn die Wohnung in der Stadt jetzt schon besser abschneidet, entscheidet man sich für das Haus auf dem Land wegen der Kinder, dem Hund, der Natur, vor allem dem Prestige.
    5. Aussen vor gelassen werden die realen Kosten des Pendelns: reale km Kosten des Autos von 30-60 cent. Zwei Stunden Pendeln am Tag entspricht bei 8 Stunden – Tagen entweder 125% Arbeitszeit für 100% Lohn oder 80% Lohn für 100% Arbeitszeit bei Teilzeitkraft. Häuser sind fast immer keine Geldanlage. 1% des Kaufpreises pro Jahr betragen die Erhaltungskosten.

    Aber noch viel wichtiger erscheint mir, dass Umfragen weltweit immer wieder das gleiche ergeben: Menschen, die tägliche (Auto-) Pendelstrecken von 45 Minuten in einer Richtung und größer zurücklegen müssen, sind signifikant weniger Glücklich als Menschen ohne oder mit nur sehr kurzen Pendelstrecken. Der Traum vom Einfamilienhaus macht uns und unsere Erde kaputt.

    Gut nachlesen kann man das zum Beispiel hier: http://www.mrmoneymustache.com/2011/10/06/the-true-cost-of-commuting/

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