WWWW vom 21.12.2015: Der Wald und die alten Baktieren

Welche Bäume passen in den Wald?

Sollen sie oder sollen sie nicht? Die Frage dreht sich um eingeführte Baumarten wie die aus Nordamerika stammende Douglasie: Sollen sie in heimischen Wäldern angebaut werden und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Die heutige Forstwirtschaft will Wälder so behandeln, dass deren Produktivität, Vitalität und biologische Vielfalt erhalten bleiben. Dabei greift es bei den vielgestaltigen Anforderungen an den Wald zu kurz, einseitig nur die Rohholzerzeugung oder nur den Naturschutz zu betrachten.
Das Buch ist im Universitätsverlag Göttingen in der Reihe Göttinger Forstwissenschaften Bd. 7 erschienen. Die Onlineversion kann kostenfrei im Internet unter http://univerlag.uni-goettingen.de/handle/3/isbn-978-3-86395-240-2 heruntergeladen werden. Die Druckversion (Softcover) kostet € 38,00.

Neue Technik untersucht Tumore in Kleinmassstab

Bösartige Tumore sind unter anderem gekennzeichnet durch die Bildung massiver Gefäße und der Umgehung des Immunsystems. Eine neu entwickelte Zellkulturtechnik erlaubt es nun, die Vorgänge des Tumorwachstums direkt in Echtzeit und ohne Verwendung aufwendiger Tierversuche zu studieren. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) befassten sich dabei insbesondere mit Hirntumoren. Das Team um den Neurowissenschaftler PD Dr. Nicolai Savaskan hat hierbei eine 3D-Zellkulturtechnik namens VOGiM (Vascular Organotypic Glioma Impact Model) entwickelt, die es ermöglicht, die Gefäßbildung von Tumoren und deren Interaktion mit Immunzellen in einem organotypischen Kontext über mehrere Tage zu verfolgen.
Originalveröffentlichung: Ali Ghoochani, Eduard Yakubov, Tina Sehm, Zheng Fan1 Stefan Hock,
Michael Buchfelder, Ilker Y. Eyüpoglu, Nicolai E. Savaskan: A versatile ex vivo technique for assaying tumor angiogenesis and microglia in the brain. ONCOTARGET 2015.
DOI: 10.18632/oncotarget.6550

Studie zur Motivation am Arbeitsplatz

Zählt am Ende nur der Lohn oder ist es Arbeitnehmern wichtig, eine sinnvolle Tätigkeit auszuführen? Wissenschaftler der Universität Trier haben herausgefunden, dass die Motivation stark leidet, wenn Arbeitskräfte erfahren, dass eine vorherige Tätigkeit sich im Nachhinein als wenig sinnhaft oder sogar als nutzlos herausstellt. Außerdem beeinträchtigt dieses Wissen das emotionale Befinden der Personen.
Die Studie von Adrian Chadi, Sabrina Jeworrek und Vanessa Mertins erscheint demnächst in „Management Science“, einem der führenden Management-Journale („A+“-Ranking nach VHB-Jourqual).

Flavanole können Nierenkranken helfen

IMG_1984
Ein Lichtblick für Dialyse-Patienten: Ein pflanzlicher Bestandteil, der auch in dunkler Schokolade und grünem Tee vorkommen kann, schützt ihre Gefäße. Dies ist deshalb so wichtig, weil ihr meist geschwächtes Herz-/Kreislaufsystem durch die Blutwäsche noch weiter geschädigt wird. Dass ihnen auch nahrungsergänzende Kakao-Flavanole dabei helfen, ihre Blutgefäße besser zu schützen, konnten jetzt erstmals Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) der Kliniken für Kardiologie am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und des Universitätsklinikums Düsseldorf nachweisen.

Gehirn korrigiert visuelle Wahrnehmung auch noch bei Erwachsenen

Die menschliche Wahrnehmung liefert für gewöhnlich ein sehr genaues Abbild der Umwelt. Dass dieses Bild nicht verzerrt ist, ist der Lernfähigkeit des Gehirns zu verdanken, die bis ins Erwachsenenalter nicht nachlässt. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wahrnehmungspsychologen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), die kürzlich im Forschungsmagazin „Current Biology“ veröffentlicht wurde.
Publikation:
Matteo Valsecchi and Karl R. Gegenfurtner: “Dynamic Re-calibration of Perceived Size in Fovea and Periphery through Predictable Size Changes”, Current Biology, December 17, 2015,
DOI: 10.1016/j.cub.2015.10.067

Wie Baktieren Sulfat atmen

Sie besiedelten die Erde lange bevor es Pflanzen und Tiere gab: Seit Milliarden von Jahren nutzen bestimmte Mikroorganismen nicht Sauerstoff zum Atmen, sondern Sulfat. Bislang war nicht vollständig verstanden, auf welchem biochemischen Weg diese zumeist im Meer vorkommenden Bakterien durch Atmung Energie für ihr Wachstum gewinnen. Ein internationales Forscherteam unter Federführung portugiesischer Wissenschaftler aus Lissabon und unter Beteiligung der Universität Bonn hat nun diesen fehlenden Schritt entschlüsselt.
Publikation: A protein trisulfide couples dissimilatory sulfate reduction to energy conservation, Fachjournal “Science”, DOI: 10.1126/science.aad3558

ADHS: Medikation hilft bei Erwachsenen besser als Gruppentherapie

Von der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene betroffen. Ob ein medikamentöser oder ein psychotherapeutischer Behandlungsansatz erfolgreicher ist, war bislang unklar. Forscher des Universitätsklinikums Freiburg zeigen jetzt in der weltweit größten Studie, dass eine Medikation mit Methylphenidat einer ADHS-Gruppentherapie überlegen ist. Der Erfolg der medikamentösen Behandlung wurde durch eine zusätzliche Gruppentherapie nicht gesteigert.

PODCASTEMPFEHLUNG

http://www.sciencepie.org/episoden. Sciencepie nennt sich der Podcast, wird gemacht von Annika Brockschmidt und Dennis Schulz aus Heidelberg und ich möchte ihn einfach nochmal empfehlen. Also: Alle mal abonnieren!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*