WWWW vom 15.2.1016: Darwin und Einstein hatten beide recht

Migranten aus dem Mittelmeerraum fühlen sich in der Nordsee wohl

krabbe
Wissenschaftler von Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven haben durch die Auswertung einer Langzeitstudie gezeigt, dass sich die eingewanderte Trapezkrabbe Goneplax rhomboides in der Nordsee etabliert hat. Die ursprünglich aus dem Nordatlantik und dem mediterranen Raum stammende Krabbe hat sich aufgrund gestiegener Wassertemperaturen ausgebreitet und gilt nun als Bestandteil der deutschen Meeresfauna.
Publikation
Neumann H, de Boois I, Kröncke I, Reiss H (2013) Climate change facilitated range expansion of the non-native angular crab Goneplax rhomboides into the North Sea. Mar Ecol Prog Ser 484:143-153

Und immer mehr Eis schmilzt…

Eine zukünftige Erwärmung des Südlichen Ozeans bedingt durch steigende Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre könnte die Stabilität des Westantarktischen Eisschildes empfindlich stören. Ein Anstieg des globalen Meeresspiegels um mehrere Meter wäre die Folge. Ein Kollaps der Westantarktis könnte sich auch in der letzten Warmzeit vor 125.000 Jahren vollzogen haben, einer Zeit, in der die polare Oberflächentemperatur um etwa zwei Grad Celsius höher war als heute.
Originalpaper:

Johannes Sutter, Paul Gierz, Klaus Grosfeld, Malte Thoma, Gerrit Lohmann: Ocean temperature thresholds for Last Interglacial West Antarctic Ice Sheet collapse. Geophysical Research Letters 2016. DOI: 10.1002/2016GL067818
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/2016GL067818/full

Und Darwin hatte doch recht

Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen finden sich in fast allen Organismengruppen des Tierreichs, bezüglich des Verhaltens, des Stoffwechsels oder der äußeren Erscheinung. Typisch männlich, typisch weiblich – doch was sind die Ursachen für derartige Grundmuster? Die Frage nach der Existenz und den evolutionären Wurzeln solcher sogenannten Geschlechterrollen ist seit mehr als einem Jahrhundert Gegenstand kontroverser Diskussionen. Forscher fandern heraus, dass klassische Geschlechterrollen im Tierreich auf einem ganz ursprünglichen Geschlechterunterschied basieren.

Originalpublikation:
Tim Janicke, Ines K. Haederer, Marc J. Lajeunesse and Nils Anthes: Darwinian sex roles confirmed across the animal kingdom. Tim Janicke, Ines K. Haederer, Marc J. Lajeunesse and Nils Anthes: Darwinian sex roles confirmed across the animal kingdom. Science Advances, 2:e1500983 (2016).https://dx.doi.org/10.1126/sciadv.1500983

Impulse Im Rückenmark lassen Beine laufen

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der ETH Lausanne haben Bewegungsabläufe nach einer Schädigung des Rückenmarks wiederhergestellt. Sie konnten zeigen, dass für ein koordiniertes Zusammenspiel der Muskeln, beispielsweise beim Gehen, alternierende Impulse des Rückenmarks verantwortlich sind. Neu entwickelte Implantate empfinden diese Signale durch elektrische Impulse nach. Damit konnten Abschnitte des Rückenmarks gezielt reaktiviert werden.

*N. Wenger, E. M. Moraud, J. Gandar, P. Musienko, M. Capogrosso, L. Baud, C. G Le Goff, Q. Barraud, N. Pavlova, N. Dominici, I. R. Minev, L. Asboth, A. Hirsch, S. Duis, J. Kreider, A. Mortera, O. Haverbeck, S. Kraus, F. Schmitz, J. DiGiovanna, R. van den Brand, J. Bloch, P. Detemple, S. P. Lacour, E. Bézard, S. Micera & G. Courtine. Spatiotemporal neuromodulation therapies engaging muscle synergies improve motor control after spinal cord injury. Nat Med. 2016 Feb;22(2):138-145. doi: 10.1038/nm.4025. Epub 2016 Jan 18.

Hannoveraner Forscher zeigen, dass Einstein doch recht hatte

Ohne wissenschaftliches Know-how und hochspezialisierte Lasertechnologie aus Hannover wäre die gestern vorgestellte epochale Entdeckung, die Albert Einsteins Relativitätstheorie beweist, nicht möglich gewesen. Professor Karsten Danzmann, Leiter des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und gleichzeitig Direktor des Albert-Einstein-Instituts (eine Kooperation des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik und der Leibniz Universität) hat mit seinem Team Messtechnologie für die beiden großen Gravitationswellen-Detektoren in den USA entwickelt, die am 14. September 2015 zum ersten Mal direkt Gravitationswellen gemessen haben. Die sensationelle Beobachtung der LIGO-Observatorien in Livingston (Louisiana) und Hanford (Washington) wurde gestern in parallelen Pressekonferenzen, auch an der Leibniz Universität Hannover, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Messungen – Signale zweier verschmelzender schwarzer Löcher – bestätigen die von Einstein vor 100 Jahren in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagte Existenz von Gravitationswellen.

Asynchronie wichtiger als Diversität

Ob eine Tier- und Pflanzengemeinschaft stabil existiert trotz äußerer Eingriffe, hängt nicht allein von der biologischen Vielfalt ab, sondern maßgeblich von einer Asynchronie über die Arten hinweg: Je unterschiedlicher die Arten eines Ökosystems sich entwickeln, desto weniger stark wird es ins Wanken geraten. Dabei rückt Diversität auf Platz zwei der zu berücksichtigenden Faktoren.

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