WWWW vom 29.2.2016: Glyphosat, Bestäuber und grüne Orchideen

Warum Monsanto unser Bier nicht vergiftet

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Da will mir also so ein Umweltverband aus München mein Bier madig machen, weil sie etwas im Bier gefunden haben, was sich PR-mäßig gut ausschlachten lässt. Glyphosat ist die neue Gefahr für die Menschheit, nachdem Zika schon wieder aus den Schlagzeilen gekommen ist. Ich habe kein Problem damit wenn Organisation Studien machen und die Öffentlichkeit informieren. Ich kann es aber überhaupt nicht ab, wenn das genutzt wird, um zu desinformieren, vornehmlich durch Dramatisieren (Monsanto!!) und Weglassen (Vergleiche mit anderen Herbizden, Anwendungen). Wer mehr wissen will, den Podcast hören und bei Wikipedia den Glyphosat-Artikel lesen.

Mehr wissen über Hantavirus

Gegen die Infektion mit einem gefährlichen Hantavirus gibt es kein Heilmittel. Wissenschaftler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) konnten nun die dreidimensionale Struktur eines Hantavirus-Proteins aufklären, das für dessen Vermehrung essentiell ist. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal Cell Reports und stellen damit eine Vorlage bereit, in die neue Medikamente wie Puzzlestücke eingepasst werden können.
Weitere Informationen:
https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/02/struktur-eines-hantavirus-proteins-als…

Nanomotoren können parallel rechnen

Eine Publikation, welche diese Woche in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, beschreibt einen neuartigen Ansatz für einen Parallel-Rechner, welcher auf einer Kombination von Nanotechnologie mit biomolekularen Motoren basiert und auf die Lösung mathematischer Probleme spezialisiert ist, die ein herkömmlicher Rechner nur schwer lösen kann. Beispiele für solche Probleme sind das Optimieren von Schaltkreisen, Proteinfaltung oder Routenplanung. Die bahnbrechende Methode wurde von Forschern der Technischen Universität Dresden und des Max-Planck-Institutes für Molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden, in Kollaboration mit internationalen Partnern aus Kanada, England, Schweden, den USA und den Niederlanden entwickelt.

Warum Bestäubung so wichtig ist

IPBES hat seinen ersten Bericht verabschiedet. Er fasst den aktuellen Stand des Wissens zur Bedeutung, Bedrohung und zum Schutz von Bestäubern zusammen und zeigt anhand von Zahlen: Bestäubung ist eine essenzielle Leistung der Natur für das Wohlergehen der Menschen. Doch in vielen Teilen der Welt gehen die Bestäuberzahlen zurück – v.a. durch industrielle Landwirtschaft, Lebensraum- und Nahrungsmangel, Krankheiten und Pestizide.

App schreibt Gefühle von Tinnitus-Patienten auf

Der aktuelle Gefühlszustand hat Einfluss auf das Belastungsempfinden von Tinnitus-Patienten. Dies hat jetzt ein Forscherteam der Universitäten Regensburg, Ulm und Witten/Herdecke nachgewiesen. Bislang war lediglich bekannt, dass Stress mit Tinnitus zusammenhängt. Für ihre neuen Untersuchungen nutzten die Wissenschaftler die Smartphone-App „TrackYourTinnitus“ (www.trackyourtinnitus.org).

Salz im Wasser

Zu viel Salz ist nicht nur für den Menschen schlecht, es schadet auch Gewässern. Die Versalzung von Gewässern wird allerdings laut einer aktuellen internationalen Studie unter Beteiligung der Universität Koblenz-Landau weltweit unterschätzt und die Folgen zu wenig beachtet.
Die Studie:
„Saving freshwater from salts: Ion-specific standards are needed to protect biodiversity“, Cañedo-Argüelles M., Hawkins C.P., Kefford B.J., Schäfer R.B., Dyack B.J., Brucet S., Buchwalter, D. B., Dunlop, J.E., Frör, O. et al. Die Studie wurde am 25.02.2016 in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht:
http://science.sciencemag.org/content/351/6276/914

Nächste Kreuzung rechts: Forscher kontrollieren Richtung von Eletronen

Eine Attosekunde oder eine Trillionstel Sekunde: Mit dieser unvorstellbaren Geschwindigkeit bewegen sich Elektronen in Atomen und Molekülen und bestimmen so chemische, physikalische und biologische Prozesse wie die Photosynthese oder Verbrennungen. Einem internationalen Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, mit einem so genannten Freie-Elektronen-Laser die Bewegungsrichtung von Elektronen in solchen Abläufen zu kontrollieren.
Originalpublikation:
K. C. Prince et al. (2016): Coherent control with a short-wavelength free-electron laser. In: Nature Photonics. DOI 10.1038/nphoton.2016.13
www.nature.com/nphoton/journal/vaop/ncurrent/full/nphoton.2016.13.html

Orchideen holen Kohlenstoff aus Wurzelpilzen

Einem Forschungsteam der Universität Bayreuth ist der Nachweis gelungen, dass mehr Orchideenarten als bisher vermutet organischen Kohlenstoff von Pilzpartnern erhalten.

Veröffentlichung:

Gerhard Gebauer, Katja Preiss and Andreas C. Gebauer, Partial mycoheterotrophy is more widespread among orchids than previously assumed,
in: New Phytologist (2016), published online February 2016, DOI: 10.1111/nph.13865

2 thoughts on “WWWW vom 29.2.2016: Glyphosat, Bestäuber und grüne Orchideen”

  1. Selten war einer deiner Beiträge so daneben wie der über Glyphosat.
    Die WHO hat sehr gute Argumente und Studien. Die “Bundesanstalt für Risikobewertung” hingegen ist eine notorische Witznummer fest in Hand von Monsanto. Ehemalige Mitarbeiter von Monsanto spielen eine erhebliche Rolle darin. Jedes Mal wenn wieder die geltenden Grenzwerte überschritten werden, setzt Brüssel auf Bewertung der BfR diese weiter hoch, insgesamt auf das mind. 10 fache des Ausgangswertes. Das Argument lautet wir machen Rattenversuche über 6 Monate und da sieht man nichts. Dass wir vom Embryo bis zum Greis über Jahrzehnte dem Zeug ausgesetzt sind, wird glatt ignoriert.

    Wenn man jetzt diese für dich überraschende Bewertung im Podcast hört, kommt man auf die Idee, dass Monsanto dich kräftig geflättert hat.

  2. Hmm. Ich bin ja gerne bereit zuzugeben dass ich daneben liege, wenn man mich mit Argumenten überzeugt. Und Nachweisen, zum Beispiel dass die BfR in den Händen von Monsanto ist. Es ist übrigens unstrittig, dass die Grenzwerte überschritten wurden, auch ich habe das gesagt . Nur wer von “Zeug” spricht, statt mal genau zu schauen, um was es sich dabei handelt, scheint nicht an einem Austausch von Argumenten interessiert zu sein. Aber ich glaube damit liege ich wenigstens richtig.. Schade auch..

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