WWWW vom 4.4.2016: Fleisch und Antibiotika

Heute habe ich einen Gastbeitrag von Vilja Schwamborn. Sie studiert an der Universität zu Köln “International Master of Environmental Sciences”. Sie hat einen Beitrag zum Thema Fleisch und Antibiotika gemacht, den ich gerne veröffentliche.

Fleisch am Markt
Fleisch am Markt

Fleisch ist in Deutschland eines der beliebtesten Lebensmittel. Dies verdeutlicht der jährliche Pro-Kopf Verbrauch in Deutschland, der sich laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung auf 60 kg pro Kopf im Jahre 2014 belief. Jedoch ist Fleisch wohl auch eines der umstrittensten Lebensmittel. Zum einen durch Skandale, wie den Gammelfleischskandal von 2006 oder den Pferdefleischskandal von 2013 und zum anderen durch ethische Konfliktfragen die im Bezug auf die Nutztierhaltung aufkommen.

Besonders der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung ist seit mehreren Jahren ein stark umstrittenes Thema. Dies ist vor allem auf das steigende Auftreten von resistenten Keimen zurückzuführen. Diese Erreger sind gegenüber ein oder mehreren Antibiotika resistent, so dass bei einer Infektion die Behandlung meist schwierig und langwierig ist. Die Bildung solcher Resistenzen wurde in der Nutztierhaltung durch den großen und nicht zielgerichteten Einsatz von Antibiotika gefördert. Es wurde nicht nur zur Behandlung von Infektionen sondern auch zur Prophylaxe und als Leistungsförderer eingesetzt. Durch diese Faktoren wurden bald auch resistente Keime in Nutztieren entdeckt. Besonders gefährlich ist hierbei der mögliche Transfer von antibiotikaresistenten Keimen zwischen Mensch und Tier. Genau aus diesem Grund haben deutsche Bürger ein schlechtes Bild von der intensiven Nutztierhaltung. Dies verdeutlicht der Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung von 2015 laut dem 72% der Deutschen beunruhigt sind über Antibiotikaresistenzen in Lebensmitteln.

3 thoughts on “WWWW vom 4.4.2016: Fleisch und Antibiotika”

  1. Es gibt keine tierschutzgerechte/artgerechte Haltung von Tieren, tierschutzgerecht wäre keine Haltung. Wenn man es ok findet Fleisch zu essen, gerade in diesen wahnsinnigen Mengen, dann muss man auch mit Antibiotika leben. Das ist kaum zu umgehen bei der optimierten Haltung die nötig ist, um die gedankenlosen Menschen weiter zu ‘versorgen’. Ich finde es geradezu lächerlich, wenn man sich über dies oder andere Fleischskandale beschwert aber weiterhin genüsslich Steaks verzehrt! Die einzige sinnvolle Lösung für die Tiere, Erde und auch die Menschen ist es, keine Tierprodukte zu verwenden und endlich den kranken Begriff von ‘Nutztieren’ aus dem Vokabular zu streichen. Das ist damit vergleichbar, Menschen unterschiedlich einzustufen, wie es bei Sklavenhaltung früher normal war. Das waren dann wohl sogenannte ‘Nutzmenschen’? Die Welt wird weiterhin so krank bleiben, wenn wir nicht endlich aufhören, Tiere zu halten.

  2. “…respektvoll mit (Nutz)tieren umgehen…”?
    Soll das Comedy sein, die ich irgendwie nicht verstehe? Wenn ich z.B. einen Hund halte und ihn immer gut behandle, ihn aber eines Tages schlachte, da ich Hundefleisch so lecker finde, müsste dies laut dieser Bezeichnung trotzdem ein respektvoller Umgang sein. Nun werden Hunde in Deutschland nicht als Nutztier bezeichnet, trotzdem finde ich das Wort Respekt in Zusammenhang mit Tierhaltung und unweigerlicher Schlachtung absolut Fehl am Platze!

  3. Hach, wenn wenn wir doch nur weniger emotionslos über das Thema diskutieren könnten..(Hunde wurden übrigens noch bis in die 50er Jahre in Deutschland gegessen)

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