WWWW vom 16.5.2016: Männerschmerzen und Geisterhände

Patienten verstehen Infos nicht

Mehr als die Hälfte der Deutschen fühlt sich von der Informationsflut zu Gesundheitsthemen überfordert. Das zeigt eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld. Demnach weisen rund 44 Prozent der Deutschen eine eingeschränkte und weitere zehn Prozent sogar eine unzureichende Gesundheitskompetenz auf.

Wie Grünalgen CO2 besser binden

Grünalgen betreiben Photosynthese, genau wie Pflanzen.Algen haben diesen Prozess allerdings verbessert. Mit Hilfe von speziellen Mikrostrukturen, den Pyrenoiden, sind sie in der Lage die Effizienz zu steigern. Wie genau das funktioniert, interessierte ein internationales Wissenschaftsteam, dem Forscher rund um Prof. Mark Stitt vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm angehören.

Originalveröffentlichung
Luke C. M. Mackinder, Moritz T. Meyer, Tabea Mettler-Altmann, Vivian Chen, Madeline C. Mitchell, Oliver Caspari, Elizabeth S. Freeman Rosenzweig, Leif Pallesen, Gregory Reeves, Alan Itakura, Robyn Roth, Frederik Sommer, Stefan Geimer, Timo Mühlhaus, Michael Schroda, Ursula Goodenough, Mark Stitt, Howard Griffiths, Martin C. Jonikas
A repeat protein links Rubisco to form the eukaryotic carbon concentrating organelle
PNAS, 9. Mai 2016, doi: 10.1073/pnas.1522866113

Männer schauen beim Schmerzempfinden auf Frauen

Erwartungen haben große Macht über den Menschen. Das zeigt sich sehr schön am Placebo-Effekt: Einem Patienten werden Pillen verabreicht, die gar keinen Wirkstoff enthalten. Der Patient weiß das aber nicht. Er glaubt fest daran, dass er ein wirksames Medikament bekommt – daraufhin bessert sich seine Krankheit tatsächlich. Verantwortlich dafür war allein seine Erwartungshaltung. Ein Ergebnis einer neuen Studie: Wenn man Männern zu verstehen gibt, dass sie empfindlicher beziehungsweise unempfindlicher als Frauen seien, dann verändert sich ihr Schmerzempfinden.
Schwarz, K. A., Pfister, R., & Büchel, C. (in press). Rethinking explicit expectations: Connecting placebos, social cognition, and contextual perception. Trends in Cognitive Sciences. doi: 10.1016/j.tics.2016.04.001

Mehr Wissen hilft Brustkrebspatientinnen

Eine gute Aufklärung über ihre Erkrankung kann die Lebensqualität von Brustkrebs-Patientinnen deutlich steigern. Auf diesen Zusammenhang weisen Wissenschaftler der Universitäten Köln und Bonn sowie der Deutschen Krebsgesellschaft in einer aktuellen Studie hin. Als erste Konsequenz haben die Forscher eine Art Checkliste erarbeitet. Damit können Betroffene beim Arztgespräch sicherstellen, alle für sie wichtigen Aspekte angesprochen zu haben.
Publikation: S.M. Halbach, A. Enders, C. Kowalski, T.K. Pförtner, H. Pfaff, S. Wesselmann, N. Ernstmann: Health literacy and fear of cancer progression in elderly women newly diagnosed with breast cancer – A longitudinal analysis. Patient Education and Counseling (2016) May; 99(5):855-62. DOI: 10.1016/j.pec.2015.12.012

Photonenstau als Informationsträger

Jeder, der schon mal auf der Autobahn im Stau stand, kennt das Phänomen der Clusterbildung. Wenn nur genügend Autos unterwegs sind, und diese mit statistisch zufällig verteilten Geschwindigkeiten fahren, dann ist es wahrscheinlicher, dass sich Gruppen von Autos bilden, die sich gegenseitig ausbremsen. Damit die Autos genügend weit voneinander entfernt und gleichzeitig mit hoher Geschwindigkeit fahren, müssten sie aufeinander reagieren oder, wie Physiker sagen, in Wechselwirkung treten. Nicht unähnlich könnte es in Zukunft den Photonen (Teilchen, aus denen Lichtstrahlen bestehen) auf den Datenautobahnen des Internets ergehen. Anders als bei einem Stau ist das aber eine gute Sache.

Handy ist Bestandteil unseres Körpers

Der “Gummihand-Effekt” ist eine in der Psychologie bekannte Illusion. Dabei fühlt sich eine Hand aus Gummi für die Versuchspersonen so an, als gehöre sie zum eigenen Körper. Psychologen aus Münster, Leiden (Niederlande) und Regensburg zeigten nun erstmals, dass Menschen im psychologischen Experiment auch ihre eigenen Smartphones in ihr körperliches Ich integrierten. Das Ausmaß des Smartphone-Gebrauchs scheint eine wichtige Rolle zu spielen.

Und hier noch das Rubberhand-Video
https://www.youtube.com/watch?v=TCQbygjG0RU “Rubber hand illusion” (erklärendes YouTube-Video von “New Scientist”)

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