WWWW vom 5.9.2016: Osteoporose-Protein, Transkriptionsfaktoren und Botox-Spritzen

Hilfe in Sicht bei Osteoporose-Therapie

Die Osteoporose trifft vor allem Frauen im vorgerückten Alter: Die Knochenstruktur wird geschwächt und das Risiko für Brüche steigt. Betroffene sollten auf richtige Ernährung und ausreichend Bewegung achten; bei hohem Bruchrisiko bekommen sie zusätzlich Medikamente verschrieben.

Bei der Suche nach verbesserten Arzneimitteln setzt die Forschung unter anderem auf das Protein Sclerostin, das im Knochenstoffwechsel eine Rolle spielt. Hemmt man seine Funktion, wird der Knochenabbau unterdrückt. Erste klinische Studien mit einem Sclerostin-hemmenden Antikörper der Firmen Amgen und UCB zeigten eine Zunahme der Knochenmasse bei Osteoporose-Patienten.
The sclerostin-neutralizing antibody AbD09097 recognizes an epitope adjacent to sclerostin’s binding site for the Wnt co-receptor LRP6. V. Boschert, C. Frisch, J. W. Back, K. van Pee, S. E. Weidauer, E.-M. Muth, P. Schmieder, M. Beerbaum, A. Knappik, P. Timmerman, T. D. Mueller. Open Biology 2016 6 160120; DOI: 10.1098/rsob.160120. Published 24 August 2016

Wichtig ist nicht nur dass sondern auch wo und wie Gen abgelesen wird

So genannte Transkriptionsfaktoren bestimmen häufig, wie sich eine Zelle entwickelt oder welches Protein sie in welchen Mengen produziert. Sie koppeln an einen Erbgutabschnitt und regulieren so, wie stark ein Gen aus diesem Abschnitt aktiv wird. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Bindungsstärke und die Nähe zum jeweiligen Gen die Aktivität steuern.
Originalpublikation:

Stefanie Schöne, Marcel Jurk, Mahdi Bagherpoor Helabad, Iris Dror, Isabelle Lebars, Bruno Kieffer, Petra Imhof, Remo Rohs, Martin Vingron, Morgane Thomas-Chollier, Sebastiaan H. Meijsing (2016). Sequences flanking the core binding site modulate glucocorticoid receptor structure and activity. Nature Communications 7, 12621 (2016), doi:10.1038/ncomms12621

Botox kann Borderline-Patienten helfen

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll haben herausgefunden, dass Botulinumtoxin Menschen hilft, die an der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs leiden.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Tillmann Krüger, MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Telefon (0511) 532-2407, borderline@mh-hannover.de, und bei Privatdozent Dr. Marc Axel Wollmer, Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll, Telefon (040) 181887-2337, m.wollmer@asklepios.com.

Bad news: Zahl der Afrika-Elefanten geht weiter zurück

Zwischen 2007 und 2014 ist der afrikaweite Bestand an Elefanten um 30 Prozent zurückgegangen. Das hat der „Great Elephant Census“, dessen Ergebnisse gestern veröffentlicht wurden, aufgedeckt. Insgesamt 352.271 Elefanten wurden in den 18 Ländern, die der Zensus abdeckte, noch gezählt. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) hatte im Rahmen des „Great Elephant Census“ Zählungen in Tansania und Simbabwe durchgeführt.

Eventuell können wir uns mehr merken als wir dachten

Forscher der Monash University in Melbourne untersuchten das menschliche Erinnerungsvermögen und fanden Hinweise darauf, dass sich das Gehirn Gesichter besser merken kann, als bisher geglaubt wurde. Diese Erkenntnis könnte die Türen für nachfolgende Gedächtnisforschung öffnen und dafür sorgen, dass Augenzeugenberichte einen höheren Stellenwert in der Kriminalforschung einnehmen werden.

Die Studie, welche im Journal Psychological Sciences veröffentlicht wurde, baut auf bereits bestehender Gedächtnisforschung auf und wendet sie an, um die Glaubwürdigkeit von Augenzeugenberichten in Alltagssituationen zu untersuchen.

Flip-Flops sind kein Schuhwerk zum Autofahren

An heißen Sommertagen ist die Verlockung groß, mal eben mit Flip Flops ins Auto zu springen und einfach loszufahren. Wie gefährlich das ist, haben jetzt Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg mit einer Untersuchung belegt. Professor Friedrich Müller und sein Team vom LüneLab, dem Institut für Experimentelle Wirtschaftspsychologie der Leuphana, werteten dazu an einem Fahrsimulator 5.400 Bremsmanöver aus.

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