WWWW vom 3.10.2016: Gute Menschen, alte Menschen und müde Menschen

Neuer EEG-Algorithmus hilft Übererregung zu vermeiden

Tagesmüdigkeit ist ein belastendes Symptom, das sowohl bei psychischen Störungen wie Depression, Angst und Schlafstörungen als auch bei diversen nicht-psychiatrischen Erkrankungen häufig berichtet wird. Neurophysiologen des Universitätsklinikums Leipzig haben nun eine Methode entwickelt, die dazu beitragen soll, zu erkennen, ob die Erschöpfung bei einem Patienten mit einem zu niedrigem oder einem zu hohen zentralnervösen Erregungsniveau einhergeht.
Quelle:
Ulrich Hegerl, Tilman Hensch. The vigilance regulation model of affective disorders and ADHD. Neuroscience an Biobehavioral Reviews 44 (2014) 45-57

Energieverbrauch kann im Alter steigen

Wie ernährt man sich im Alter optimal? Das ist eine zentrale Frage in unserer Gesellschaft, die sich im demographischen Wandel befindet. Die Gießener Senioren Langzeitstudie (GISELA), die am Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) vor mehr als 20 Jahren begonnen hat, bringt Licht in die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit im Alter.

Arschloch bleibt Arschloch, auch in der Not

Denken Menschen in Gefahrensituationen nur an sich selbst? In einer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports erschienen ist, haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung gezeigt, dass Hilfsbereitschaft gerade im Notfall stark von der Persönlichkeit abhängt. Die Ergebnisse zeigen: Soziale Menschen helfen in der Not, Egoisten nicht.
Moussaïd, M., & Trauernicht , M. (2016). Patterns of cooperation during collective emergencies in the help-or-escape social dilemma. Nature Scientific Reports. doi:10.1038/srep33417

Kleine Städte von Klimawandel besonders betroffen

indonesien
Nicht Megacitys, sondern kleine und mittelgroße Städte wachsen rapide und sind besonders verwundbar gegenüber Extremereignissen und Klimawandel und müssen daher besser geschützt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine von einem internationalen Forscherteam unter der Federführung von Prof. Jörn Birkmann (Universität Stuttgart) erarbeite neue Studie, über die das Fachmagazin NATURE berichtet. Insbesondere sollten die schnellwachsenden Klein- und Mittelstädte in Afrika und Asien bei der in wenigen Tagen beginnenden Weltkonferenz für Städte mehr Beachtung finden.
Birkmann, Joern; Welle, Torsten, Solecki, William; Lawsa, Shuaib and Garschagen, Matthias (2016): Boost resilience of small and mid-sized cities, smaller settlements are growing faster than megacities — and they need more protection from extreme events, in: NATURE (vol. 537), Seiten 605-608. Onlineversion und ergänzende Materialien:
http://nature.com/articles/doi:10.1038/537605a

Spermidin hilft Synapsen

Gedächtnisdefizite im Alter können einer deutsch-österreichischen Studie zufolge unter Umständen durch die Einnahme des Polyamin-Moleküls Spermidin gemindert oder behoben werden. Diese natürliche Substanz könne bewirken, dass Synapsen im Gehirn ihre Fähigkeit auch im Alter beibehielten, Nervenzellen zu verbinden, fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Stephan Sigrist von der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. André Fiala von der Georg-August-Universität Göttingen und Prof. Dr. Frank Madeo von der Karl-Franzens-Universität Graz durch Untersuchungen an der Fruchtfliege Drosopila melanogaster heraus.
Quelle: PLOS Biology | DOI:10.13 71/journal.pbio.1002563 September 29, 2016

Wie hochenergetische Partikel an der Erde abprallen

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

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