WWWW vom 14.11.2016: Stoffwechsel in Pflanzen, Flüchtlinge und kitzlige Ratten

Pflanzenteile genau untersucht

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie und der Universität Heidelberg weisen mit Hilfe von computerbasierten Metabolomanalysen die hohe gewebespezifische Vielfalt von Stoffwechselproduktean in Pflanzen nach.
Originalveröffentlichung:
Li, D., Heiling, S., Baldwin, I. T., Gaquerel, E. (2016). Illuminating a plant’s tissue-specific metabolic diversity using computational metabolomics and information theory. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, Early Edition, DOI: 10.1073/pnas.1610218113
http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1610218113

Atemproblem bei Flüchtlingen keine Lungenentzündung, sondern Benzinvergiftung

Von Ggia - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45246844
Von Ggia – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45246844

Menschen auf der Flucht sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, der Städtischen Klinikum München GmbH und des Jamaica Hospitals New York berichten nun erstmals in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift Lancet über lebensbedrohliche und teilweise tödliche Lungenentzündungen, die wahrscheinlich durch das Trinken von Benzin während der Bootsflucht über das Mittelmeer verursacht wurden.
Publikation:
Spinner, Christoph D et al. Severe hydrocarbon pneumonitis in African refugees after fuel ingestion. The Lancet , Volume 388 , Issue 10058 , 2350 – 2351. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(16)32130-4

Forscher steuern Angst-Nervenzellen

Wenn wir Stresssituationen ausgesetzt sind, startet das Gehirn eine Kettenreaktion, die das Herz in Alarmbereitschaft bringt, Angst und Furcht machen sich breit. Unser Körper aktiviert alles, um mit der Situation fertig zu werden – völlig unabhängig davon, ob es sich um den Angriff eines Feindes oder eine Prüfung handelt. Wie wird die Angstkomponente dieser Reaktion gesteuert?

Flughafenklos sind schmutzig und da gibt es Bakterien

Manchmal frage ich mich, ob man bestimmte Studien wirklich machen muss, wie diese hier: Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Türklinken von Flughafenklos mit Bakterien verschmutzt sind und deshalb die Gefahr besteht, dass diese Bakterien über die ganze Welt verteilt werden. Ist ja völlig neu.

Schaumburg F. et al: Airport door handles and the global spread of antimicrobial-resistant bacteria: a cross sectional study. Clinical Microbiology and Infection (in press, available online 23 September 2016); DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.cmi.2016.09.010

Kriminelle brechen Regeln eher als Nicht-Kriminelle

Was passiert in den Köpfen der Menschen, wenn sie Regeln brechen und warum sind manche Menschen echte Draufgänger, während andere die Regeln immer befolgen? Das haben die Psychologen Dr. Aiste Jusyte vom Forschungsnetzwerk LEAD an der Universität Tübingen und Dr. Roland Pfister von der Universität Würzburg mit weiteren Kollegen in einer Studie untersucht. Dabei haben sie herausgefunden, dass den Menschen, die sich in der Vergangenheit schon nicht an bestimmte Regeln gehalten haben, ein neuer Regelbruch scheinbar allgemein leichter fällt, als den Menschen, die die Regeln normalerweise befolgen.
Fand ich jetzt auch nicht so super überraschend vor allem bei dieser Probanden-Gruppe.
Publikation: Jusyte, A., Pfister, R., Mayer, S.V., Schwarz, K.A., Wirth, R., Kunde, R., & Schönenberg, M. (2016). Smooth criminal: Convicted rule-breakers show reduced cognitive conflict during deliberate rule violations. Psychological Research. Advance online publication. DOI: 10.1007/s00426-016-0798-6; http://link.springer.com/article/10.1007/s00426-016-0798-6?view=classic

Forscher kitzeln Ratten – für die Wissenschaft

Von allen Tastempfindungen ist „Kitzligkeit“ die eigenartigste und am wenigsten verstandene. Warum bringt uns Kitzeln zum Lachen? Warum sind nur bestimmte Körperteile kitzelig? Warum können wir uns nicht selbst kitzeln? Diese Fragen sind alt und haben schon Aristoteles und Charles Darwin beschäftigt. Die Mechanismen, die der Kitzligkeit zugrunde liegen, sind jedoch nach wie vor unbekannt. Forscher der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) fanden kürzlich heraus, was im Gehirn passiert, wenn wir gekitzelt werden und welche Hirnregionen für Kitzligkeit zuständig sind.

Originalveröffentlichung
S. Ishiyama & M. Brecht, Neural correlates of ticklishness in the rat somatosensory cortex. Science (2016). http://science.sciencemag.org/cgi/doi/10.1126/science.aah5114

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