WWWW vom 21.9.2008: Fast live aus Phnom Penh

Die Themen:
In der Ostsee steigt das Wasser immer schneller.
In Afrika laesst Feuer Gras wachsen.
Im Weltall haben Galaxien mit wenig Licht durchaus viel Masse.

Transcript:
allo und herzlich Willkommen bei Wanhoffs wunderbarer Welt der Wissenschaft in der Ausgabe vom 21. September 2008.

Heute ohne Intro. Das liegt daran, ich bin unterwegs. Ich bin mal wieder in Kambodscha, in Phnom Penh, hab dort das Barcamp besucht, eine Internet-Konferenz, und hab nur den Laptop dabei, auf dem das Intro nicht drauf ist und deswegen heute die Sendung ohne Intro.

Und auch ‘en (Umgspr: ein) bisschen kürzer. Es gibt drei Nachrichten.

Eine beschäftigt sich mit der Zunahme des Meeresspiegels in der Ostsee. Professor Reinhard Dietrich vom TUD-Institut für Planetare Geodäsie beschäftigt sich nämlich damit und er hat gesagt, der Anstieg des globalen Meeresspiegels beeinflusst auch die Ostsee, die ja ein Teil der Weltmeere ist. Die Datenbasis, die man dabei hat, ist gar nicht schlecht. Es gibt Pegelmessungen, die reichen mehr als 150 Jahre zurück.

Im Ostsee-Raum gibt es aber Unterschiede in der Meeresspiegel (falsch: Meeresspiegeländerung) unter anderem auch durch Ausgleichsbewegungen der Erdkruste. Die bewegt sich nämlich und damit bewegen sich eigentlich auch die Messstationen. Mittlerweile gibt es aber Satellitenmessverfahren, die dank GPS diese Bewegungen der Messstationen wieder ausgleichen.

Nun, was hat man herausgefunden? Die Meeresspiegeländerung der Ostsee durch das Abschmelzen von Gletschern und durch thermisch bedingte Ausdehnung betrug in den letzten Hundert Jahren insgesamt 15 Zentimeter. Interessant ist aber, wenn man kürzere Zeiträume anschaut, dann wird man feststellen, in den letzten 20 Jahren stieg der Meeresspiegel etwa doppelt so schnell wie davor, also etwa drei Millimeter pro Jahr. Das mal wieder zum Thema Klimakatastrophe.

Dann, ich hatte eine Mail bekommen, ich hab leider den Namen hier nicht präsent, weil ich meine Emails, da wo ich gerade bin, nicht abrufen kann. Da ging’s um Dunkle Materie und der Hörer sagte, das fand er ganz interessant mal zu wissen, was Dunkle Materie ist. War ja in der letzten Sendung ein Thema.
Heute geht’s um die Zwerggalaxie Segue 1. Ich hab da eine Nachricht gefunden bei Wissenschaft.de. Dort haben … in dieser Zwerggalaxie haben Astronomen bisher 24 Sterne identifiziert. Diese Galaxie strahlt gerad (Umgspr: gerade) mal so viel Licht ab wie 350 Sonnen, was für uns jetzt vielleicht viel erscheinen mag, für eine Galaxie aber nicht viel ist, vor allem weil diese Leuchtkraft von 350 Sonnen, der steht gegenüber die gewaltige Menge Materie, nämlich einer entsprechenden Anziehungskraft von 450.000 Sonnen. Das heißt da ist viel Materie vorhanden, aber relativ wenig Licht. Und wo Licht ist, ist dunkel und wo dunkel ist, ist Dunkle Materie.
Man glaubt, dass Segue 1 eines … eine der dunkelsten Galaxien des Universums ist und will da jetzt ein bisschen weiter forschen, weil man eben glaubt, dass die Dunkle Materie in dieser Galaxie den überwiegenden Teil ausmacht. Astronomen hoffen jetzt, dass sie durch weitere Untersuchungen auch herausfinden, was denn für Teilchen wirklich diese Dunkle Materie ausmachen. Weil, das hatten wir in der letzten Sendung schon, man immer noch nicht weiß, was wirklich diese Dunkle Materie ist.

Dann noch eine Nachricht aus Afrika. Genauer aus dem Etosha-Nationalpark im Norden Namibias. Dort haben sich Forscher mal mit natürlichen Grasfeuern beschäftigt. Man weiß ja, dass Feuer oft gelegt werden, um den Boden, ja nach der Abholzung, noch fruchtbar zu machen und für Landwirtschaft zu nutzen. Es gibt aber auch andere Gründe, warum ein natürliches Feuer durchaus sinnfall (Versprecher) … sinnvoll sein kann und zwar, wenn es darum geht, ältere Gräserhorste verschwinden zu lassen.
Die Forscher haben fünfhundert mal fünfhundert Meter, eine fünfhundert mal fünfhundert Meter große Fläche im Etosha Nationalpark ausgewählt. Der Grund: Es gibt dort nur eine Grasart, ein Blinkhaar-Federgras und es gibt keine störenden Faktoren wie Überweidung oder andere menschliche Einflüsse. Das ganze Gebiet gehört übrigens zu den trockensten Gebieten überhaupt, in den Pflanzen noch wachsen können und man hat eine Saison lang beobachtet, im Wochenrhythmus, das Wachstum der Gräser und hat dann die dazugehörigen Klimaparameter auch gemessen und aufgezeichnet.

Dann haben die Forscher auf Teilflächen experimentiert, haben zusätzliche Samen ausgesät, haben kontrolliert Feuer nachgestellt und konkurrierende Grassaaten (falsch: Grasarten) auch ausgebracht und es auf anderen Flächen auch künstlich bewässert.

Heraus kam, dass die abgestorbene … abgestorbene Grasschicht das Nachwachsen von Jungpflanzen stark behindert. Feuer kann jedoch diese bestehende alte Grasschicht aufbrechen und so dem Nachwuchs Chancen geben. Künstliche Bewässerung oder zusätzlicher Samen brachte dagegen keinen höheren Rekrutierungserfolg.
Das war’s schon für heute. Eine etwas kürzere Sendung. Ich bitte um Nachsicht. Ich bin ein bisschen beschäftigt hier auf dem Barcamp in Phnom Penh. Wer über dieses Barcamp mehr wissen will www.barcampphnompenh.org. Da gibt’s was über eine Internetkonferenz, die glaube ich, aufsehenerregend war hier in Kambodscha.
Vielen Dank fürs Zuhören. Das war’s für heute. Ich wünsche, wie immer, eine schöne Woche.

Transkription: Vera Ihrig für www.LingQ.com

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