WWWW vom 26.10.2008: Wissenschaftsnachrichten

Die Themen:
Dinosaurier “Dance Floor” entdeckt. In Utah hat sich eine Wissenschaftlerin ein paar kleine Wasserlöcher einmal genauer angeschaut und herausgefunden, dass das Dinosaurier-Fußabdrücke sind – und zwar hunderte.

Wer sich selbst ein Röntgengerät bauen möchte, braucht lediglich eine Vakuumpumpe – und eine Rolle handelsübliches Klebeband: Wird diese nämlich schnell abgerollt, entsteht genug Röntgenstrahlung, um damit die Knochen eines Fingers abzubilden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Umgebungsdruck niedrig ist, haben US-Forscher gezeigt.

Der Mensch verändert zunehmend die Menge Wasser, die vom Land ins Meer oder in Binnengewässer fließt. Berechnungen mit einem Computermodell der Vegetation und des Wasserhaushalts der Erde zeigen, dass im 20. Jahrhundert der Niederschlag die globale Abflussmenge bestimmt hat.
http://www.agu.org/journals/gl/

Abest kann Lungenkrebs verursachen. Gleiches gilt für das Rauchen oder das Einatmen von Rußpartikeln aus Dieselabgasen. Jetzt belegt eine wissenschaftliche Untersuchung an der Universität Rostock, dass es eine weitere Gefahrenquelle gibt: Tonerpatronen in Laserdruckern und Kopierern. “Die Untersuchungen lassen keinen Zweifel zu: Tonerstaub ist eine weitere Ursache für Lungenkrebs”, sagt Prof. Dr. Ludwig Jonas vom Elektronenmikroskopischen Zentrum im Institut für Pathologie der Universität Rostock.

Als “stiller Killer” ist der Bluthochdruck gefürchtet, weil er auf Dauer die Gefäße massiv schädigen kann. Keine Gesundheitsgefährdung geht dagegen von einer essentiellen Hypotonie, einem chronisch niedrigem Blutdruck, aus.

Die Betroffenen – und das sind immerhin bis zu fünf Prozent der Bevölkerung – klagen nicht selten aber über körperliche Beschwerden wie Müdigkeit und über eine mentale Leistungsminderung. LMU-Forscher um Professor Rainer Schandry konnten nun erstmals anhand einer wissenschaftlichen Studie belegen, dass in diesen Fällen ein altbewährtes Hausmittel wirksam helfen kann: der Kampfer.
http://www.paed.uni-muenchen.de/~bio

Transkript:

Ein Thema heute ist ein Dinosaurier-Dancefloor. Vor 190 Millionen Jahren hatten sich im Südwesten der USA Dinosaurier um ein Wasserloch versammelt. Und man kennt diese Stelle schon, hat aber bisher immer gedacht, dass diese ganzen kleinen Löcher, die es so gab, einfach Wasserlöcher sind, die so im Laufe der Jahrmillionen entstanden sind. Tatsächlich sind das aber Fußspuren von Dinosauriern. Das hat jetzt Marjorie Chan von der University of Utah herausgefunden.

Sie ist nämlich dort entlang gelaufen und hat diese Löcher mal vermessen und hat herausgefunden, das sind definitiv Fußspuren von Dinosauriern und zwar von Müttern mit ihren Babys. Die waren dort wohl ziemlich viel unterwegs, weil es nun mal ein Wasserloch war und wahrscheinlich gab es nicht allzu viele Wasserlöcher dort, und deswegen haben sich sehr, sehr viele Dinosaurier dort immer versammelt.

Diese Nachricht habe ich bekommen übrigens vom Inside Science News Service der vom American Instituts of Physics unterstützt wird.

Dann eine Geschichte, die wohl auch in Deutschland schon durch einige Medien gegangen ist. Es geht um das Abrollen eines Klebebandes, das nämlich elektromagnetische Wellen produziert. Unter Umständen kann man mit diesem Effekt sich sogar ein kleines Röntgengerät bauen. Das bedeutet dann nämlich, dass man eine Vakuumpumpe besitzt und wenn man dann dieses Klebeband schnell abrollt, dann könnte man theoretisch sogar die Knochen eines Fingers auf einem Röntgenfilm abbilden.

Dahinter steckt ein Phänomen namens Tribolumineszenz. Wenn sich zwei in Kontakt stehende raue Flächen gegeneinander verschieben, dann entsteht aufgrund der starken Reibung elektromagnetische Strahlung. Das kann man auch beobachten beim Öffnen von selbstklebenden Briefumschlägen. Da gibt’s dann so kleine blaue Funken manchmal oder auch beim Zerdrücken eines Stück Würfelzuckers.
Physiker können diesen Effekt noch nicht so ganz, ganz gut erklären. Sie wissen, dass Klebeband beim normalen Abrollen sogar schon bläuliches Licht erzeugt, obwohl die Bindung an der Oberfläche eigentlich hundertmal weniger Energie enthält als für ein Photon sichtbaren Lichts benötigt wird. Wenn man jetzt die Rolle ausreichend schnell, also mit drei Zentimetern pro Sekunde, und in einem Vakuum abrollt, dann gibt es einen ganz, ganz kleinen Röntgenimpuls, der aber ausreichen könnte eigentlich, um einen Finger zu durchdringen und einen dahinter liegenden Röntgenfilm zu belichten.
Eine der wahrscheinlichsten Erklärungen für dieses Phänomen, für diesen Effekt ist: Beim Abziehen lädt sich der abgerollte Streifen mit der Klebeseite positiv und der Rest der Rolle negativ auf. Dadurch bildet sich ein elektrisches Feld, das stark genug ist, um eine Entladung zwischen den beiden Polen zu ermöglichen. Im Vakuum sorgt diese Entladung dann für eine Beschleunigung von Elektronen, die sich zwischen diesen Flächen befinden und ihre Energie eben in Form von Röntgenstrahlung abgeben.

Nächstes Thema: Der Mensch verändert zunehmend die Menge Wasser, die vom Land ins Meer oder in die Binnengewässer fließt. Das haben Forscher herausgefunden aus Potsdam vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Die beschäftigen sich nämlich in der Tat mit der Menge Wasser, die die Flüsse hinab fließt und sagen, der Einfluss dieser vor allem von menschlichen Aktivitäten abhängenden Faktoren auf diese Menge und auf den Abfluss, und damit auch auf die Verfügbarkeit von Wasser, wird künftig wahrscheinlich immer stärker werden.

In der Wissenschaft wird diskutiert, wie stark die steigende CO²-Konzentration den im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts leicht zunehmenden Abfluss denn beeinflusst hat. Modelle zeigen, dass eine Zunahme des globalen Niederschlags der dominierende Faktor wohl für diesen Abflussanstieg war.

Übereinstimmend mit Messungen nahmen die Abflussmengen in Nord- und Westafrika, in Mittel- und Osteuropa sowie in Teilen Südost-Asiens ab. In Teilen Sibiriens, Nordamerikas und Südamerikas nahmen die Abflussmengen hingegen zu. Da sich die regionalen Niederschlagsmengen und ihre Trends jedoch zwischen verschiedenen Klimadatensätzen unterscheiden und andere Datensätze keine eindeutigen globalen Niederschlagstrends zeigen, ist immer noch etwas unklar, ob es denn eine globale Abflusserhöhung gibt.

Im Verlaufe des vergangenen Jahrhunderts erhöhte der Mensch durch Umgestaltung natürlicher Flächen, vor allem eben durch Rodungen, den globalen Abfluss um 1,7 Prozent während Wasserentnahmen zur Bewässerung einen global geringeren, gebietsweise aber durchaus bedeutsamen Rückgang verursachten.
Theoretisch kann die Zunahme der CO²-Konzentration die Entwicklung der Abflussmenge künftig doch beeinflussen. Das Treibhausgas könnte wie ein Düngemittel wirken und die Bodenbedeckung mit Pflanzen könnte zunehmen. Mehr Pflanzen würden regional mehr Wasser aus dem Boden aufnehmen und an die Luft abgeben. Global wirkt sich der Düngeeffekt bislang jedoch kaum aus.
Ein anderer Effekt, hat den Abfluss dagegen um mehr als ein Prozent zunehmen lassen. Bei höherer CO²-Konzentration müssen Pflanzen die Spaltöffnungen ihrer Blätter weniger öffnen, um ausreichende Mengen CO² für ihr Wachstum aufzunehmen. Sie geben daher auch weniger Wasser an die Atmosphäre ab und nehmen entsprechend weniger Wasser auch aus dem Boden auf.

Professor Doktor Ludwig Jonas verweist auf eine Promotion der Rostocker Universität, in der dargelegt wird, Tonerstaub, also der Staub von diesen Tonerkassetten in Druckern, der kann Krebs verursachen. Wir wissen, dass Asbest verantwortlich für Lungenkrebs ist. Auch Rauchen und das Einatmen von Russpartikeln aus Dieselabgasen kann Lungenkrebs verursachen. Jetzt belegt eben eine Untersuchung der Universität Rostock, das ähnliches auch für Tonerstaub gilt.
Seit einigen Jahren beobachtet man schon bei Servicetechnikern eine Zunahme von Lungenproblemen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und manche entwickeln sogar eine Allergie und verlieren ihre Stimme, sobald sie in Räume kommen, in denen Drucker oder Kopierer stehen. Wissenschaftler haben jetzt die Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, einmal untersucht, und zwar im Elektronenmikroskop, und haben eindeutig Kohlenstoffpartikel in sehr großer Zahl nachweisen können.

In einer Promotion wird jetzt noch mal nachgewiesen und bewiesen, dass Asbestfasern und verschiedene Arten von Kohlenstoffpartikeln gefährliche Sauerstoff- und Stickstoff-Radikale produzieren, die zelltoxisch, also giftig sind, und zu einem Zelltod auch führen können.

Transkription: Vera Ihrig für die Sprachenlernseite www.LingQ.com

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