WWWW vom 26.4.2009: Nachrichten aus der Wissenschaft

Die Themen heute:
Blutspende
Die Bereitschaft Blut zu spenden, ist in den vergangenen zehn Jahren stark gesunken: Weniger als drei Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Blutkonserven ständig an. Etwa um das Jahr 2015 erwarten Fachleute kritische Engpässe in der Versorgung.

Einige Bakterien, die Krankheiten wie etwa Augen-, Magen- oder Darminfektionen auslösen, können durch Giftstoffe (Toxine) ihre Wirtszellen so manipulieren, dass letztlich die Signalverarbeitung der Zelle gestört ist. Bisher war jedoch kaum bekannt, mit welchen Proteinen der infizierten Zellen des Menschen die Bakterientoxine wechselwirken. Forscher des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt 39 Angriffspunkte dieser Toxine identifiziert. Sie setzten dabei eine neuartige Technik ein, die es erlaubt, Proteine in großer Zahl gleichzeitig zu untersuchen

Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist es jetzt gelungen, die Herzelastizität erstmals mittels akustischer Wellen zu messen. Im Fachjournal Magnetic Resonance in Medicine* beschreibt das Team um Dr. Ingolf Sack vom Institut für Radiologie am Campus Charité Mitte und Dr. Jürgen Braun vom Institut für Medizinische Informatik am Campus Benjamin Franklin mögliche Vorteile dieser neuen schonenden Untersuchungsmethode für die Patienten.

Die meisten Bindungen in der Natur beruhen auf der elektrostatischen Anziehung zwischen verschiedenen Teilchen: Dies reicht vom einfachen Kochsalz bis zu den Kräften, die es beispielsweise Insekten ermöglichen, an der Decke zu laufen. Forscher des 5. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart erzeugten ein neuartiges Molekül, das ebenfalls von diesen Kräften zusammengehalten wird und aus zwei Atomen vom selben Element besteht.

Das Fleisch männlicher Schweine ist oft kaum genießbar. Grund sind vornehmlich Bestandteile der Eber-Geschlechtshormone, die äußerst unangenehm riechen. Daher werden für die Mast vorgesehene Eber bereits als Ferkel kastriert. Aus Tierschutzgründen soll diese Praxis jedoch in absehbarer Zeit verboten werden. Forscher der Landwirtschaftlichen Fakultät an der Universität Bonn möchten nun Eber züchten, deren Geruch nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Allein 150 Tonnen Röntgenkontrastmittel gelangen in Deutschland pro Jahr in den Wasserkreislauf. Die iodierten organischen Verbindungen gelangen über den Urin von Patienten in Krankenhäusern und Diagnosepraxen ins Abwasser und können in Klärwerken nicht abgebaut werden. Das Projekt “PharmaTreat” am Fachgebiet Wasserreinhaltung der Technischen Universität Berlin untersucht im Auftrag des Kompetenzzentrums Wasser Berlin derzeit, wie man den Patienten-Urin aus Klinken gewissermaßen chemisch reinigen kann.

Einem internationalen Team von Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, der Cornell-Universität (Ithaka/USA) und der Universität Köln haben zum ersten Mal zwei neue Moleküle im interstellaren Raum nachgewiesen, Äthylformiat und n-Propylzyanid. Computermodelle zeigen, dass vermutlich noch komplexere organische Moleküle vorhanden sein müssen – darunter auch noch nicht identifizierte Aminosäuren, die Grundbausteine des Lebens.

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