WWWW vom 23.8.2009: Rauchergeschmack und Hirntraining

Reiskleie für Medikamente

Während der Produktion von weißem Reis, der weltweit wichtigsten Grundnahrung, wird die nährstoffreiche Reiskleie abgeschält. Das Gesundheits-fördernde Potential dieses an Vitaminen und Mineralstoffen reichen Abfallprodukts ist bisher kaum erforscht. Dank eines Projektvorschlags des Pharmakologen Prof. Walter E. Müller von der Frankfurter Goethe-Universität untersucht nun eine deutsch-ägyptische Forscherkooperation, welche pflanzlichen Arzneimittel sich aus der Reiskleie gewinnen lassen. Die Forscher erwarten, durch die Veredelung des Abfallproduktes neue Wirkstoffe gegen Demenz, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte zu finden. Von diesen Zivilisationskrankheiten sind inzwischen auch in Ägypten immer mehr Menschen betroffen.

Raucher schmecken einach nicht gut

Rauchen beeinträchtigt den Geschmackssinn, indem es die Geschmacksknospen der Zunge beschädigt, haben griechische Forscher nachgewiesen: Schon nach wenigen Jahren regelmäßigen Zigarettenkonsums nimmt die Empfindlichkeit des Geschmackssinns messbar ab, und die feinen Strukturen der Sinneszellen auf der Zunge verändern sich. Betroffen sind dabei sowohl die Blutgefäße, die die Geschmacksknospen versorgen, als auch die Knospen selbst: Sie flachen ab und bilden ungewöhnliche Oberflächenstrukturen aus, schreiben die Wissenschaftler.

Krebs: Zellwachstum blockieren

Trotz aller Bemühungen der Wissenschaft ist Krebs noch immer eine tödliche Bedrohung. Neue Hoffnungen schürte vor ein paar Jahren die Entdeckung, dass man das unkontrollierte Wachstum von Krebszellen durch Blockieren des Proteasoms ausbremsen kann. Zusammen mit Forschern der kalifornischen Nereus Pharmaceuticals, Inc., haben Biochemiker der Technischen Universität München (TUM) nun den Reaktionsweg eines Naturstoffs aufgeklärt, der genau dies bewerkstelligt. In der aktuellen Ausgabe des Journal of Medicinal Chemistry berichten sie, wie man daraus neue, maßgeschneiderte Medikamente entwickeln kann.

Denken hält das Hirn fit

Nervenzellen haben dann eine größere Überlebensfähigkeit, wenn durch Hirnaktivität ein spezielles genetisches Programm in Gang gesetzt wird. Dabei werden Schutzgene aktiviert, die das Überleben der Zellen deutlich verstärken. Das hat ein Team von Neurobiologen der Universität Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. Hilmar Bading nachgewiesen. Die Forschungsergebnisse eröffnen neue Perspektiven für therapeutische Ansätze zur Behandlung degenerativer Erkrankungen des Nervensystems und belegen, dass ein “aktives Gehirn länger lebt”, so Prof. Bading.

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