WWWW vom 30.8.2009: Sehtest, Zahnbürstentest, Schifffahrtsroutentest

Die Themen heute im Podcast:

Schneller dank Klimaerwärmung

Bei Scienceblogs habe ich eine Geschichte gefunden über die Beluga Reederei, die gerade die immer länger eisfreie Nordostpassage befährt. 6 Schiffe sollen demnächst da durch und – weil eine Abkürzung – 3 Millionen Dollar sparen. Möglich macht es die Klimaerwärmung.

Manche mögen’s hart: Welche Zahnbürste ist die beste?

Studie der Uni Witten/Herdecke zeigt: Harte putzen am besten, schädigen aber das Zahnfleisch. Weiche sind sanfter, putzen aber schlechter
Mit einer klinischen Studie hat Prof. Dr. Stefan Zimmer die Putzleistung weicher, mittlerer und harter Zahnbürsten untersucht. Sein Ergebnis: Weiche Zahnbürsten putzen am schlechtesten, die harten am besten, schädigen aber das Zahnfleisch, die mittelharten sind die Kompromisslösung. 120 Probanden bekamen eine Zahnbürste zugelost und mussten acht Wochen zwei mal täglich zwei Minuten putzen. Die drei Gruppen wurden vorher und nachher auf Zahnbelag und Zahnfleischzustand untersucht.

Rot-Grün-Abgleich für scharfes Sehen

Wer eine Brille trägt, kennt diesen Test beim Augenarzt: Neben einer schwarzen Zahl auf rotem Hintergrund erscheint dieselbe Zahl auf grünem Hintergrund. “Welche Zahl sehen Sie klarer?”, möchte der Augenarzt bei jeder Brillenglaskorrektur aufs Neue wissen. Anders als viele annehmen, handelt es sich beim sogenannten Rot-Grün-Abgleich aber nicht um einen Test auf Farbblindheit. Vielmehr kann der Arzt damit kleine Fehler bei der Bestimmung der Brillenstärke entdecken.

Maschinen steuern in Second Life – mit Sprache

Wie einfach Sprachdialoge in beliebige Anwendungen integriert werden können, zeigt das Fraunhofer IPA in “Second Life”. Die Programmierschnittstelle Fraunhofer Voice Control API wird wie ein Webservice angesprochen und überträgt dann die Kontrolle über das Sprachdialogsystem an das Anwendungsprogramm.
Zum seinem 50. Jubiläum präsentierte das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA die Fabriksimulation “factory of eMotion” in der virtuellen Welt Second Life.

Krücke zeigt Belastungen an

Das Fraunhofer IPA hat eine intelligente Krücke entwickelt: In eine handelsübliche Gehhilfe wird eine robuste Sensorik integriert, mit der Stützkräfte, Bewegungs abläufe und auftretende Beschleunigungen erfasst werden können. Auf einer Anzeige soll der Patient die Beinbelastung kontrollieren und über einen eingebauten Datenlogger der behandelnde Arzt den Krankheitsverlauf diagnostisch überwachen können.

Salmonellen gegen Krebs

Salmonellen haftet ein schlechtes Image an. Kaum ein Sommer vergeht ohne eine Zeitungsmeldung von schweren Salmonellen-Infektionen durch Eierspeisen oder Hühnerfleisch. Aber Salmonellen machen uns nicht nur krank – sie könnten uns in Zukunft auch helfen, Krebs zu bekämpfen. Die Bakterien wandern nämlich in Tumore ein und helfen dabei, sie zu zerstören. Außerdem finden sie eigenständig Metastasen im Körper von Labormäusen und können auch hier zur Heilung führen. Hören Sie zu diesem Thema auch unseren Podcast “Teufel gegen Beelzebub” auf www.helmholtz-hzi.de (Forschung zum Anhören). Sara Bartels zeigt Ihnen, wie Salmonellen in Tumore einwandern.

Dickes Blut schafft feste Ablagerungen

Heidelberger Wissenschaftler erklären klinisches Paradox in “Circulation” / Untersuchung im Tiermodell: Ablagerungen in Blutgefäßen werden stabilisiert
“Dickes” Blut kann zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen, aber auch davor schützen. Den Mechanismus für dieses klinische Paradox haben Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg erstmals im Tiermodell geklärt: Mäuse, die zu einer stärkeren Blutgerinnung neigen, haben zwar stärkere Ablagerungen (Plaque) in den Blutgefäßen, diese sind jedoch stabiler. Somit ist die Gefahr geringer, dass sich diese Plaques von der Gefäßwand ablösen und die Blutbahn verschließen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der hochrangigen Zeitschrift “Circulation” veröffentlicht.

One thought on “WWWW vom 30.8.2009: Sehtest, Zahnbürstentest, Schifffahrtsroutentest”

  1. Kleine Korrektur zu den rot grünen Sehtafeln. Wenn man die Zahlen aus den roten Punkten auf grünen Punkten nicht erkennen kann ist man nicht Rot-Grün-Blind. Man hat nur eine Schwäche bei der Unterscheidung. Im Alltag merkt man das fast kaum. Ein paar Berufe bleiben einem verschlossen, wie z.B. Pilot, Kapitän usw.
    Interessant ist des Aspekt beim Webdesign, dort kann man als Betroffener z.b. rote Schrift auf blauem Hintergrund nur recht schwer lesen und bekommt schnell Kopfschmerzen. Aber solche häßlichen Websites gibt es ja zum Glück seit vielen Jahren fast gar nicht mehr.

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