WWWW vom 11. April 2010: Riesenmäuse und Klimawandel

Heute mal kurz und knapp im Text, dafür länger im Wissenschafts-Podcast:

Eisenmangel bei Herzinsuffizienz

Die Korrektur eines Eisenmangels mit Infusionen eines Eisenpräparats führt bei Patienten mit Herzschwäche 1) bereits nach der vierten Woche der Eisenbehandlung zu einer hochsignifikanten Verbesserung der Leistungsfähigkeit, der Symptome und der Lebensqualität – und zwar unabhängig vom gleichzeitigen Vorliegen einer Anämie (“Blutarmut”).

Riesenmäuse im Visier

Auf der Gough-Insel im Süd-Atlantik ist eine Mauspopulation inzwischen so groß, dass sie Albatros-Küken angreift. Der Forscher Yingguang Frank Chan, Ph.D., macht sich nun im Rahmen seiner zweijährigen Postdoktorandenförderung am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön daran, das Geheimnis der Riesenmäuse zu lüften. Der Titel seines Projekts lautet “(re)Tracing the genetics of adaptation – parallel size increases of house mice on islands”. Die VolkswagenStiftung unterstützt seine Arbeit mit 165.000 Euro.

Wie sozial sind Mehlkäfer?

Beim Gedanken an Mehlkäfer kommt den meisten vermutlich eines ganz bestimmt nicht in den Sinn: Sauberes Mehl. Tatsächlich aber halten die Insekten das Mehl rein, in dem sie bestimmte Stoffe, so genannte Quinone, an ihre Umgebung abgeben, die über eine breite antimikrobielle Wirkung verfügen. In vergangenen Experimenten konnte gezeigt werden, dass diese Quinon-Sekretion eine Form von gemeinschaftlicher Immunabwehr ist, die der ganzen Gruppe im Mehl befindlicher Käfer eine weniger krank machende Umgebung beschert.

Allerdings konnte die Evolutionsökologin Dr. Gerrit Joop in einer früheren Arbeit zeigen, dass die Quinon-Sekretion dem eigenen Nachwuchs, den Mehlkäferlarven, schadet und zudem noch das eigene interne Immunsystem der elterlichen Insekten schwächt.

Parasiten und Klimawandel

Es könnte alles so schön sein: Zwei verschiedene Arten leben zum gegenseitigen Nutzen zusammen in einer engen Symbiose. Genau so beobachten es Meeresbiologen beim Clownfisch und der Seeanemone. Durch eine Schleimschicht vor den giftigen Nesselzellen der Anemone geschützt, genießt der Clownfisch einen sicheren Zufluchtsort zwischen ihren Tentakeln und im Gegenzug liefert er seiner lebenden Behausung Futter und fungiert zudem als Reinigungskraft. Doch nicht alle Interaktionen zwischen Arten sind so fair: Parasiten wie etwa Saugwürmer nutzen ihren Wirt aus und steigern die eigene Fitness auf Kosten der Gesundheit des befallenen Organismus. Susanne Landis eignet sich dieser Fisch deshalb ganz besonders gut zur Untersuchung der Auswirkungen der globalen Erwärmung auf parasitische Systeme, denn der Lebensraum der Grasnadel zeigt einen natürlichen Nord-Süd-Gradienten in der Wassertemperatur von kalt nach warm.

One thought on “WWWW vom 11. April 2010: Riesenmäuse und Klimawandel”

  1. Vielen Dank für Ihre Sendung, Herr Wanhoff!
    Es ist immer eine Freude Ihnen zuzuhören!
    Die Folge heute fand ich besonders gut.

    Viel Spaß in Vietnam!

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