WWWW vom 23.1.2011: Neutrinos am Südpol und Dr. Zack ermittelt

Dr. Zack löst Herztod-Rätsel

Oberarzt Dr. Fred Zack
Der Rechtsmediziner Oberarzt Dr. Fred Zack (51) von der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock hat durch jahrelange, aufwendige histologische Untersuchungen eine Ursache für den plötzlichen Herztod entdeckt und wissenschaftlich belegt. „Wir haben in Rostock binnen 20 Jahren 15 scheinbar nicht aufzuklärende Todesfälle lösen können und sind in acht Fällen auf eine bis dahin nahezu unbekannte Ursache für den plötzlichen Herztod gestoßen“, sagte Dr. Zack. Er fand bei seiner Studie heraus, dass die Gefäßwand bestimmter Herzschlagadern bei plötzlichem und unerklärbarem Herztod durch Wuchern von Muskulatur und Bindegewebe so stark verdickt ist, dass das nachfolgende Gewebe extrem unterversorgt wird.

Influenza-Viren-Wege erforscht

Eine Forschergruppe unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Universität Tübingen zeigt Mechanismen auf, wie eine Influenzavirusinfektion in Gang gebracht, aber auch gehemmt werden kann.
Grippeviren der Gattung Influenza A stellen für den Menschen eine besondere Bedrohung dar. Ihre verschiedenen Varianten können nämlich Artgrenzen überspringen, wie in den letzten Jahren geschehen, etwa vom Schwein oder auch von Vögeln auf den Menschen. Damit das Influenzavirus sich vermehren und somit eine Infektion sich ausbreiten kann, muss das Virus in den Kern der Körperzellen des infizierten Wirts eindringen. Dazu muss es sich an spezifische Proteine adaptieren (anpassen), die den Weg in den Zellkern vermitteln, Varianten der sogenannten alpha-Importine. Ein Team von Wissenschaftlern, zu denen auch zwei Forscherinnen des Universitätsklinikums Tübingen gehören, hat nun nachgewiesen, dass für die Infektion des Menschen mit Influenza-A-Viren die Protein-Variante Importin-alpha 7 eine entscheidende Rolle spielt.

Hormone regeln Eiablage

Manche Tierarten haben mehr, andere weniger Nachkommen. Hormone wie Prolaktin und Kortikosteron können das Verhalten in der Brutsaison und damit den Fortpflanzungserfolg eines Elternpaares entscheidend beeinflussen. Nun haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell und ihre Kollegen der Universitäten Princeton und Edinburgh nachgewiesen, dass die Hormonwerte nicht nur während der Brutzeit von Bedeutung sind,sondern bereits lang davor entscheiden, wann, wie oft und wie viel Eier ein Vogelpaar legt.Die hormonelle Verfassung eines Tieres ist daher von großer Bedeutung für seinen Fortpflanzungserfolg und ist möglicherweise eine wichtige Schaltstelle der Evolution.

Teilchen im Antarktis-Eis erforschen

Was sich in unendlich weiter Ferne im Weltall abspielt, wollen Forscher um Prof. Dr. Julia Becker wissen. Seit kurzem nutzen sie dafür ein neues Instrument: Den größten Teilchendetektor der Welt „IceCube“ im ewigen Eis am Südpol, der Ende Dezember fertiggestellt wurde. Ein Kubikkilometer kristallklares Eis ist durchsetzt mit hochempfindlichen Lichtsensoren, die die Spuren von Neutrinos auffangen. Diese leichten Teilchen reisen unbeeinträchtigt von Magnetfeldern und Materie auf gerader Bahn durchs All und künden von fernen Galaxien.
Hautnah bei der Vervollständigung des Detektors war Dr. Jens Dreyer, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe von Prof. Becker. Er ist Anfang November 2010 zum Südpol geflogen und wird den kommenden Winter dort verbringen. „Es war ein wirklich erhebendes Gefühl, als die letzten Bauteile von IceCube im Eis verschwanden. Jetzt kann es endlich so richtig losgehen“, sagt er. Über seine Eindrücke vor Ort berichtet er regelmäßig online in seinem Blog: http://hunnenhorst.wordpress.com/

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*