WWWW vom 6.6.2011: Staublunge und Ameisenstrategien

Sweet rice pops

Staub und Rauch verwirren Killerzellen

Hohe Staubbelastung oder Zigarettenrauch schaden unserer Lunge: In den empfindlichen Atemwegen werden Abwehrzellen des Immunsystems aktiviert, die fälschlicherweise das gesunde Lungengewebe angreifen. Diese sogenannte Autoimmunreaktion führt zu schweren chronischen Entzündungen.
In der aktuellen Studie ist es Forschern am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig nun gelungen, die Rolle derjenigen Immunzellen genauer zu beschreiben, die an der Entstehung chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) beteiligt sind. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher jetzt in der aktuellen Ausgabe des “Journal of Immunology”.

Veröffentlichung:
CD+4CD25+Foxp3+ Regulatory T Cells Are Dispensable for Controlling CD8+ T Cell-mediated Lung Inflammation. Tosiek MJ, Gruber AD, Bader SR, Mauel S, Hymann H-G, Prettin S, Tschernig T, Buer J, Gereke M, Bruder D. The Journal of Immunology, 2011, Jun 1. 186(11):6106-18.

Peptide statt Antibiotika

Antibiotika gehören zu den großen Errungenschaften der Medizin. Doch immer häufiger fällt die einstige Allzweckwaffe im Kampf gegen Infektionskrankheiten aus: Bakterien entwickeln zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika. Forscher haben jetzt ein Therapieäquivalent gefunden, das Penicillin und Co. künftig ersetzen könnte. Antimikrobielle Peptide sollen künftig den Kampf mit den Krankheitserregern aufnehmen.

Für Ameisen gilt: Viele Helfer zuerst

In Ameisenstaaten ist ein hoch effizientes System der Arbeitsteilung und Kommunikation verwirklicht. Ein neues Beispiel für die gute Organisation dieses Systems liefern Forscher vom Biozentrum der Uni Würzburg am Beispiel von Blattschneiderameisen.
Blattschneiderameisen sind die Gärtner unter den Tieren: Mit ihren kräftigen Kiefern schneiden sie von Pflanzen Blattstücke ab und tragen sie in spezielle Zuchtkammern in ihrem Nest. Zu Beginn der täglichen Sammelarbeit kehren rund 70 Prozent der Ameisen ohne Grasstücke vom Ernteplatz zum Nest zurück. Und die wenigen Ameisen, die doch Material mit sich tragen, bringen verhältnismäßig kleine und leichte Stücke nach Hause. Doch das ändert sich im Lauf des Vormittags, und schon bald tragen immer mehr Ameisen immer größere Grasstücke ins Nest.

Bollazzi M, Roces F (2011): Information Needs at the Beginning of Foraging: Grass-Cutting Ants Trade Off Load Size for a Faster Return to the Nest. PloS ONE 6(3): e17667. doi:10.1371/journal.pone.0017667

Bürstenzellen schmecken Bitterstoffe

Die Schleimhäute der Atemwege bilden eine Barriere zwischen dem Körperinneren und unserer Umwelt. Mehr als 13 unterschiedliche Zelltypen bilden diese Grenze. Während für die meisten dieser Zellen die Funktion seit langem bekannt ist, wurde die so genannte Bürstenzelle noch vor kurzem in der Fachwelt als „mysteriöse Zelle auf der Suche nach ihrer Funktion“ bezeichnet. Die Bürstenzelle besitzt alle Proteine, die in den Geschmacksknospen der Zunge zur Wahrnehmung von Bitterstoffen nötig sind. Interessanterweise haben bakterielle Produkte, wie z. B. quorum sensing molecules (QSM), die der Kommunikation zwischen Bakterien dienen, einen bitteren Geschmack.

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