WWWW vom 5.12.2011: Quantenverschränkung und Silberfische

Silberfische reiben sich gerne an Ameisen

Ants on the run
Ameisenkolonien sind für Parasiten und Räuber sehr verlockend, da sie dort einen reich gedeckten Tisch und einen geschützten Lebensraum vorfinden. Deshalb nutzen Ameisen Duftstoffe, um Freund und Feind zu unterscheiden. Parasitische Untermieter überlisten diesen Schutz allerdings häufig, indem sie die chemischen Signalstoffe imitieren – sie ziehen sich quasi eine chemische Tarnkappe über.

Neuer Werkstoff soll Metall ersetzen

In verschiedenen Industriezweigen, wie der Luftfahrt- und Sporttechnik, im Bauwesen, in der Automobil- oder Elektronikbranche müssen metallische Bauteile durch leichtere und genauso leistungsfähige Werkstoffe ersetzt werden. Aufgrund ihrer sehr guten mechanischen, thermischen und chemischen Festigkeitseigenschaften eignen sich die auf Duroplasten basierten Verbundwerkstoffe derzeit am besten für diesen Zweck. Sind diese Verbundwerkstoffe jedoch erst einmal gehärtet, können sie nicht mehr umgeformt werden.
http://www.sciencemag.org/content/334/6058/965.short

Quantenverschränkung nachgewiesen

Die Quantentheorie ist bekannt für ihre befremdlichen Gesetzmäßigkeiten, die den fundamentalen Prinzipien der klassischen Physik zu widersprechen scheinen. Wissenschaftlern der Universität Heidelberg ist es nun gelungen, im Experiment einen besonderen Quantenzustand zwischen zwei mesoskopischen Gasen mit rund 500 Atomen zu erzeugen. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes „gequetschtes“ Vakuum, bei dem die Messung an einem Gas die Ergebnisse der Messungen an dem anderen Gas festlegt. Für den Nachweis musste das Team von Prof. Dr. Markus Oberthaler am Kirchhoff-Institut für Physik eine neuartige Nachweismethode zur Messung bisher nicht zugänglicher Größen atomarer Gase entwickeln.

Informationen im Internet können unter www.kip.uni-heidelberg.de/matterwaveoptics abgerufen werden.

Makrophagen smarter als gedacht

Offenbar sind die Makrophagen lange Zeit unterschätzt worden. Rund 130 Jahre nach der Entdeckung dieser Immunfresszellen durch den Nobelpreisträger Ilja Iljitsch Metschnikow hat jetzt eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erstmals nachgewiesen, dass es Makrophagen gibt, die über ein flexibles Immunerkennungssystem verfügen. Die Makrophagen, die seit jeher als klassische Pfeiler des angeborenen Immunsystems angesehen werden, besitzen demnach Eigenschaften, die bisher nur dem adaptiven Immunsystem zugeschrieben wurden.

Die Ergebnisse der Studie sind aktuell im renommierten open-access Fachmagazin Public Library of Science Pathogens [PLoS Pathogens; www.plospathogens.org] publiziert:
TNF-Regulated Recombinatorial Macrophage Immune Receptor Implicated in Granuloma Formation in Tuberculosis
(doi:10.1371/journal.ppat.1002375)

Gel hilft bei Zeckenbiss

Im Frühling kommen sie hervor und jedes Jahr breiten sie sich weiter aus – die Zecken. 30 Prozent der Parasiten übertragen Borrelien, Erreger der Lyme-Borreliose, die Gelenke und Organe schädigen kann. Die Krankheit bleibt oft unerkannt. Ein neuartiges Gel soll künftig – nach dem Zeckenstich aufgetragen – einer Infektion vorbeugen.
(www.zeckenstudie.com).

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