WWWW vom 6.2.2012: Krebs und Übergewicht

Warum der Pulsar wieder langsamer wird

Seit vielen Jahren rätseln Wissenschaftler, warum manche blitzschnell kreiselnde Neutronensterne ihre Umdrehungen wieder verlangsamen. Ein Astrophysiker am Max-Planck-Institut für Radioastronomie und am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn hat nun dieses Geheimnis gelüftet: Wie ein Vampir saugt der Neutronenstern von seinem Nachbarn Materie ab und wird dadurch schneller. Ist der Partnerstern erschöpft, verlangsamt der „Parasit“ wieder seine Bahnen. Die Studie ist jetzt in „Science“ erschienen.

Publikation: Thomas M. Tauris: Spin-Down of Radio Millisecond Pulsars at Genesis, Science Bd. 335, S. 561. DOI 10.1126/science.1216355.

Schnelle Mikrorisse

Spröde Werkstoffe, wie zum Beispiel Glas, brechen durch die Ausbreitung von Rissen. Um das Bruchverhalten solcher Werkstoffe voraussagen zu können, müssen sowohl die Rissausbreitungsgeschwindigkeit als auch die Ursachen für die Risse bestimmt werden. Bisher beruhten die theoretischen Kenntnisse auf einer Maximalgeschwindigkeit, die der sogenannten Rayleigh-Geschwindigkeit entspricht, d.h. der Geschwindigkeit der akustischen Oberflächenwellen im Material (ca. 900 m/s).

Zucker fördert Fettleibigkeit

Forscher des Inserm [1] haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Lehrstuhls für Humanbiologie der Technischen Universität München (TUM) [2] entdeckt, dass eine zucker- und fettreiche Diät die Zerstörung der Nervenzellen des enterischen Nervensystems verhindert und dadurch Adipositas fördert.

Webseite des Lehrstuhls für Humanbiologie der TUM zum Projekt: http://humanbiology.wzw.tum.de/index.php?id=24

Adipositas wesentlicher Faktor bei Krebs

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar betonen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum die Bedeutung von Übergewicht für das Risiko, an Krebs zu erkranken. Übergewicht und Fettleibigkeit sowie die damit einhergehenden Stoffwechselstörungen sind ernstzunehmende Risikofaktoren bei einer Vielzahl an Krebserkrankungen. Sie könnten sogar dem Rauchen den Rang als Krebsrisikofaktor Nummer eins ablaufen. Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen Nierenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie vor allem Krebs der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut.

Verwesung unterm Mikroskop

Die Weichteile von Lebewesen sind vergänglich, nur die Fossilisation bewahrt sie in Ausnahmefällen für die Ewigkeit. Paläontologen der Universität Bonn und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz haben an Tierkadavern detailliert die komplette Zersetzungskette experimentell studiert. Sie nutzen die Ergebnisse zum Vergleich mit Millionen Jahre alten Fossilien. Aber auch die Rechtsmedizin könnte zur Aufklärung von Gewaltverbrechen davon profitieren. Die Forscher stellen die Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments“ vor.
Publikation: Achim H. Schwermann, Michael Wuttke und Julia A. Schultz (2012): Virtopsy of the controlled decomposition of a dormouse Eliomys quercinus as a tool to analyse the taphonomy of Heterohyus nanus from Messel (Eocene, Germany). Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments. DOI 10.1007/s12549-011-0063-3

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